97. Jahrestagung der DOG 1999

K 91

EIN NEUES, SERUMFREIES 31° HORNHAUT-KULTURMEDIUM IM IN-VITRO-VERGLEICH MIT EINEM HERKÖMMLICHEN' FCS-HALTIGEN MEDIUM

J. Stoiber, J. Ruckhofer, K. Weikinger, W. Muss, A. Lametschwandtner, G. Grabner

Die Organkultur ist in Europa das gängigste Verfahren zur Hornhaut-Konservierung. Die dabei über bis zu 5 Wochen eingesetzten Medien enthalten in der Regel 2% FCS. Die Verfügbarkeit eines serumfreien Kulturmediums als Alternative zu herkömmlichen FCS-hältigen Kulturmedien wäre zur weiteren Minimierung eines potentiellen Infektionsrisikos mit übertragbaren Erkrankungen (BSE) wünschenswert.

Methode: Fünf für Transplantationszwecke ungeeignete Hornhautpaare wurden für 1, 2, 3, 4 oder 5 Wochen bei 31°C kultiviert. Die Kultivierung jeweils einer Hornhaut eines Spenders erfolgte in einem herkömmlichen, FCS-hältigen Medium, die zweite Hornhaut wurde in einem neuen, serumfreien Medium (Insight Biomed Inc., USA) kultiviert. Beide Medien wurden in wöchentlichen Abständen gewechselt. Nach initialer Präparation und bei jedem Medienwechsel erfolgte die Beurteilung der Zellviabilität, die Bestimmung der Endothelzelldichte und die Messung der Hornhautdicke. Nach erfolgter Entquellung mittels Dextran (bei Hornhäuten, die in FCS-hältigem Medium kultivierten wurden), bzw. Optisol-GS (bei serumfrei kultivierten Hornhäuten) wurden zusätzliche Untersuchungen mit Transmissions- und Raster-Elektronenmikroskopie durchgeführt.

Ergebnisse: Endothelzelldichte (bei allen Hornhäuten am Ende > 2600 Zellen/ mm2), Hornhautdicke und Zellviabilität zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Kultur-Methoden. In der Raster-Elektronenmikroskopie fand sich auf allen Hornhäuten eine durchgehend erhaltene Endothelzell-Lage.

Schlußfolgerung: Die Studie demonstriert erstmals die potentielle klinische Brauchbarkeit des getesteten serumfreien Mediums.

Landesaugenklinik, LKA Salzburg, Müllner Hauptstr. 48, A-5020 Salzburg


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