97. Jahrestagung der DOG 1999

K 90

ANALYSE DES ZELLERSATZES NACH KERATOPLASTIK BEI GESCHLECHTSUNGLEICHEM SPENDER UND EMPFÄNGER MITTELS IN-SITU-HYBRIDISIERUNG DER GESCHLECHTSCHROMOSOMEN

G. Wollensak

Das Schicksal der Zellen im Hornhauttransplantat ist seit den frühen Tagen der Keratoplastik umstritten. Bei früheren diesbezüglichen Studien wurden Methoden wie radioaktive Markierung oder Barrkörperchen-Analyse angewendet. Trotzdem blieb die Frage des Zellersatzes bis heute umstritten.

Material und Methoden:Wir entwickelten ein optimiertes Protokoll für die Fluoreszenz in situ Hybridisierung (FISH) der Geschlechtschromosomen an 34 Augenpräparaten. Diese Technik wurde dann an 14 explantierten Hornhäuten von Keratoplastiken mit geschlechtsungleichem Spender und Empfänger und zwischen 11 Monaten bis 30 Jahren gestaffelten, postoperativen Zeitintervallen angewandt.

Ergebnisse: Es zeigte sich, daß in 11 Fällen schon ab 1 Jahr nach der Keratoplastik die Epithelzellen, Keratozyten und Endothelzellen des Spenders durch Empfängerzellen ersetzt waren. In drei Fällen fanden sich jedoch noch bis zu 26% der Spenderkeratozyten bis zu 4,5 Jahren postoperativ, was auf eine gewisse individuelle Variabilität im Zellersatz hindeutet.

Schlußfolgerungen: Unsere Ergebnisse erklären die häufig beschriebenen Rezidive von Hornhautdystrophien, die bekannte massive postoperative Abnahme der Endothelzellzahl nach Keratoplastik sowie die Tatsache, daß Transplantatabstoßungen vor allem in den ersten 2 postoperativen Jahren auftreten.

Univ.-Augenklinik Dresden, Fetscherstr. 74, D-01307 Dresden


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