97. Jahrestagung der DOG 1999

K 89

ERGEBNISSE DES INTERLEUKIN-4 GENTRANSFERS BEI EXPERIMENTELLER KERATOPLASTIK

U. Pleyer, T. Ritter*, E. Bertelmann, B. Hinz



Hintergrund: Gentherapeutische Ansätze gestatten die Transfektion von Hornhautspendergewebe vor Transplantation. In dieser Untersuchung haben wir den Effekt des adenoviralen Gentransfers für Interleukin-4 im experimentellen Keratoplastikmodel geprüft.

Methoden: Ex-vivo wurden organkultivierte Hornhäute von Wistar-Furth Ratten über einen Zeitraum von 3 Stunden mit einem E1/E3 defizienten adenoviralen Vectors für das IL-4 Gen (AdrIL-4) transfiziert. Randomisiert erhielten 48 MHC-Klasse I/II-inkompatible Lewisratten perforierende Keratoplastiken die nicht transfiziert wurden (n=29), AdrIL-4 moduliert waren (n=7), oder syngen transplantiert wurden (n=12).

Ergebnisse: Die mittlere Überlebenszeit (MST) und die Inzidenz der Allograftreaktion von AdrIL-4 transfizierten Transplantaten unterschied sich nicht signifikant von unbehandelten Kontrollen.

Gruppe

MST (Tage)

Abstoßungsrate (%)

Unbehandelt

14,1 ± 3,8

62,9

Adr-IL4

12,6 ± 4,5

85,7

Syngene TPL

> 60

0

p

> 0,05

> 0,05





Schlußfolgerungen: Durch den AdrIL-4 Gentransfer konnte die Allograftreaktion im experimentellen Model nicht signifikant beeinflußt werden. Derzeitige Untersuchungen gehen der Frage nach ob eine immunologische Reaktion auf den viralen Vektor zugrunde liegt. Alternative Vektoren und weitere Zytokine sind Gegenstand weiterführender Untersuchungen.

Augenklinik, Campus Virchow Klinikum und Instit. für Immunologie*, Charité Humboldt Universität, Berlin.

Gefördert: DFG (Pl 150/9-1 + Vo 489/6-1).


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