97. Jahrestagung der DOG 1999

K 87

DARSTELLUNG DER KERATOZYTENARCHITEKTUR IN KERATOKONUS-TREPANATEN DURCH KONFOKALE EX-VIVO MIKROSKOPIE

H.-H. Becker 1, M. Walke 1, D. G. Weiss 2

In vorangegangenen Untersuchungen hat unsere Arbeitsgruppe über die konfokale Darstellung der Keratozytenmorphologie sowie das dreidimensionale Netzwerk der gesunden, humanen Hornhaut (HH) berichtet. Intention dieser Studie ist die ex-vivo Mikroskopie der stromalen Zellarchitektur in Keratokonus-Trepanaten (KT).

Methode: Unmittelbar nach perforierender Keratoplastik wurden die KT mit dem Live/Dead Kit (Molecular Probes, USA) gefärbt, auf Vitalität geprüft und mikroskopisch untersucht, mittels konfokaler Laser Scanning Fluoreszenz Mikroskopie (Nikon Diaphot 300/ Noran Odyssey XL). Die digital aufgezeichneten stromalen Schichtbildaufnahmen der Zellarchitektur wurden computergestützt als dreidimensionales Netzwerk rekonstruiert (Voxel View, software package) und quantitativ ausgewertet (InterVision, software package).

Ergebnisse: Bei den Keratokonus-Trepanaten (n = 7) ergab die quantitative Auswertung (KT versus HH) des posterioren Stromas im Bereich des zentralen Apex eine signifikante Abnahme (p < 0,025) der Volumendichte (Anteil der Keratozyten am Gewebevolumen); die Zelldichte (Keratozyten pro Gewebevolumeneinheit) nahm um 11% ab. Eine Statistik der posterioren HH mit peripheren Anteilen des KT zeigte keine signifikanten Unterschiede der morphometrischen Parameter.

Schlußfolgerung: Die Ergebnisse dokumentieren eine spezielle Differenzierung des posterioren Stromas beim Keratokonus. Weitere mikromorphologische Studien sollen die Rolle der pathologischen Keratozyten in der Pathogenese des Keratokonus klären.

1) Universitäts-Augenklinik Rostock, Doberaner-Str. 140, D-18055 Rostock
2) Mikroskopiezentrum Warnemünde, Institut für Zellphysiologie, Universität Rostock, Uniplatz 2, D-18055 Rostock


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