97. Jahrestagung der DOG 1999

K 86

KAMMERWASSERANALYSE BEI KERATOPLASTIKPATIENTEN MIT KERATITIDEN

A. Liekfeld, C. Jaeckel, U. Pleyer, C. Hartmann



Ziel: Herpetische Keratitiden sind nicht selten eine Indikation zur Durchführung einer Keratoplastik. In dieser Patientengruppe sind Rezidive der Keratitis und Transplantatabstoßung häufige Komplikationen, die oft schwer differenziert werden können. Eine perioperative Aktivitätskontrolle einer herpetischen Entzündung ist sinnvoll, da sich entsprechende therapeutische Konsequenzen ergeben. Wir führen daher in ausgesuchten Fällen Kammerwasseranalysen zur Bestimmung einer intraokularen Antikörpersynthese bei Keratoplastikpatienten durch. Die vorliegende Untersuchung dient der Ermittlung des diagnostischen Wertes einer solchen Analyse.

Material und Methoden: Es wurden 21 Kammerwasserproben von 18 Patienten entnommen. Bei 11 Patienten wurden die Proben ausschließlich während der Keratoplastik, bei 4 Patienten ausschließlich nach der Keratoplastik und bei 3 Patienten sowohl intraoperativ als auch während des postoperativen Verlaufes gewonnen. Die Proben wurden alle hinsichtlich einer intraokularen Antikörpersynthese gegen Herpes simplex Virus (HSV), 19/21 gegen Varizella zoster Virus (VZV) und 3/21 zusätzlich gegen Cytomegalie-Virus (CMV) untersucht. Dabei verwendeten wir eine modifizierte Mikro-ELISA-Technik.

Ergebnisse: Von den 21 Proben zeigten 12 (57,1%) eine AK-Synthese gegen HSV, 6 (28,6%) gegen HSV und VZV, 1 (4,8%) gegen VZV. 2 (9,5%) Proben waren negativ bezüglich der untersuchten AK-Synthesen.

Schlußfolgerung: Aufgrund der Ergebnisse konnte bei den meisten Patienten eine gezielte lokale bzw. systemische virustatische Therapie perioperativ oder bei postoperativen Keratitis-Rezidiven eingeleitet werden. Einem Teil der Patienten blieb jedoch aufgrund der negativen Analyse eine langfristige virustatische Therapie erspart.

Augenklinik, Universitätsklinikum Charité, Campus Virchow-Klinikum, D-13353 Berlin


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