97. Jahrestagung der DOG 1999

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ÜBERDRUCKBEATMUNGSGERÄTE GEGEN SCHLAFAPNOE ALS RISIKOFAKTOR FÜR VERLÄNGERTE WUNDHEILUNG NACH OPTISCHER PERFORIERENDER KERATOPLASTIK

A. A. Bialasiewicz, K. Engelmann


Hintergrund: Postoperative Komplikationen durch Überdruck-Beatmungs-geräte sind u.E. bisher nicht beschrieben worden.

Patienten: Zwei Patienten im Alter von 40 und 62 Jahren litten an einer Schlafapnoe, die eine Überdruckbeatmung zwingend erforderlich machte, sowie ophthalmologisch an einem Keratoglobus und einer dekompensierten Fuchsschen Endotheldystrophie.

Ergebnisse: Im Oktober 1998 wurde bei der 40jährigen Patientin eine perforierende optische Keratoplastik OS 7.5x7.7mm durchgeführt. Die Reepithelialisierung dauerte 14 Tage, aber es bestand eine konjunktivale Hyperämie für fast 3 Wochen, bis das Beatmungsgerät ausgesetzt werden konnte. Der 62jährige Patient hatte nach einer triple-Prozedur OD (7.75x8.0mm) eine postoperative Reepithelialisiserungszeit von 14 Tagen, dann wegen der fortgesetzten Notwendigkeit des Beatmungsgerätes eine 6wöchige extreme konjunktivale Hyperämie. Bei beiden Patienten waren zu keinem Zeitpunkt Fadeninfiltrate oder ein intraokularer Reizzustand zu beobachten. Bakteriologische Ergebnisse und Abklatschpräparate von den Geräten aus der Bindehaut ergaben jeweils verschiedene Erreger des oberen Respirationstraktes (Bacillus, Pneumokokken, Hämophilus). Das Ergebnis jeweils 6 Monate postoperativ war eine reizfreies Transplantat mit einem Visus von cc 0.8 resp. cc 0.6.

Schlußfolgerungen: Die Anwendung von Beatmungsgeräten gegen Schlafapnoe kann zu verzögerter Reepithelialisierung und persistierender konjunktivaler Hyperämie führen. Das zumindest zeitweise Absetzen unter Aufsicht eines Pulmologen ist notwendig, um ein gutes Endergebnis zu erzielen.

Augenklinik mit Poliklinik des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf, Martinistr. 52, D-20251 Hamburg


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