97. Jahrestagung der DOG 1999

V 8

TORSIONALE MUSKELCHIRURGIE BEI MAKULAROTATION

U. Eckardt, C. Eckardt

Die Verlagerung der Fovea bei einer Makularotationschirurgie kann zu Diplopie und einem schrägen Seheindruck führen. Zur Beseitigung dieser Komplikation wurden verschiedene Eingriffe an den schrägen und geraden Augenmuskeln zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt.

Material und Methode: Zwischen Februar 1997 und Februar 1999 wurde zur Behandlung einer altersbedingten Makuladegeneration bei 43 Patienten eine Netzhautrotation von 20-45° nach oben durchgeführt. Am makularotierten Auge wurde stets eine kombinierte Operation der schrägen Augenmuskeln durchgeführt. Bei den meisten Patienten wurden außerdem durch Spaltung gerader Muskeln 2 bis 4 Muskelstrips gebildet, die so verlagert wurden, daß eine Gegenrotation zur Netzhautrotation entstand (7-8° pro Muskelstrip). Diese Muskeloperation wurde bei 33 Patienten primär, d.h. gleichzeitig mit der Makularotation durchgeführt. Bei 10 Patienten erfolgte sie als sekundärer Eingriff, und zwar bei 5 Patienten in Kombination mit der Siliconölentfernung (durchschnittlich 6 Wochen nach der Makularotation) und bei 5 Patienten zu einem späteren Zeitpunkt. Zur Kompensation von Vertikal- und Horizontalabweichungen sowie Restzyklotropien wurde bei 35 Patienten zusätzlich primär oder sekundär auch das Partnerauge operiert.

Ergebnisse: Durch alleinige Operation an den Mm. obliquii konnte eine Gegendrehung (Exzyklotropie) von 12-15° erzielt werden. In der Regel reichte dies nicht aus, um Beschwerdefreiheit zu erzielen. Durch Bildung zusätzlicher Muskelstrips konnte die Inzyklotropie dagegen stets kompensiert werden. Auf das Endergebnis hatten die unterschiedlichen Zeitpunkte der Eingriffe keinen Einfluß. Die Anzahl der muskelchirurgischen Nachoperationen war in der Gruppe der primären Eingriffe nicht höher als in der Gruppe der sekundären.

Schlußfolgerung: Durch Gegendrehung des Bulbus mittels torsionaler Muskelchirurgie ist es möglich, selbst Netzhautdrehungen bis zu 45° zu kompensieren. Zur vollständigen Beseitigung der Diplopie und des schrägen Seheindruck ist es jedoch häufig erforderlich, auch das Partnerauge zu operieren. Um die Patienten nicht unnötig zu belasten, erscheint uns eine primäre Muskeloperation sinnvoll.

Augenklinik der Städtischen Kliniken Frankfurt a.M. - Höchst, Gotenstr. 6-8, 65929 Frankfurt


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