97. Jahrestagung der DOG 1999

K 685

NEUE ERGEBNISSE ZUM STRUKTURELLEN AUFBAU DER KRISTALLINEN KÖRPERCHEN DER ASTEROIDEN HYALOSE

J. Winkler, H. Lünsdorf*, M. Asiyo-Vogel, H. Laqua


Einleitung: Das nur selten anzutreffende Krankheitsbild der asteroiden Hyalose zeichnet sich durch die Verteilung reflektierender Partikel im Glaskörper aus. Über die Entstehung und die chemische Zusammensetzung dieser asteroiden Körperchen ist nur wenig bekannt. In dieser Untersuchung wird die chemisch-physikalische Natur der asteroiden Partikel näher beschrieben.

Methoden: I. Elementspezifische Untersuchung der asteroiden Körperchen im Transmissionselektronenmikroskop (TEM) durch elektronenspektroskopische Verfahren. II. Bestimmung der Oberflächenladung asteroider Körperchen im TEM durch den Einsatz kationischer Marker. III. Vollständiger Abbau der kristallinen Struktur, unter Verwendung von Chelatoren, dokumentiert im TEM.

Ergebnisse: Elektronenspektroskopische Untersuchungen zeigten, daß neben Calcium und Phosphor auch Schwefel und Sauerstoff zu den elementaren Bestandteilen der asteroiden Körperchen gehören. Im Gegensatz zu bisherigen Untersuchungen ergab der Einsatz kationischer Goldmarker keine negative Ladungsverteilung auf der kristallinen Oberfläche der asteroiden Partikel. Negative Gruppen wurden jedoch im direkten Umfeld der Körperchen dokumentiert. Der Einsatz unterschiedlicher Chelatoren für bivalente Kationen ergab einen raschen Abbau der kristallin-lamellaren Struktur der asteroiden Partikel.

Schlußfolgerung: Die fehlende negative Oberflächenladung im Zusammenhang mit einer ebenfalls negativ ausfallenden Osmium- und Bleicitratfärbung zeigt, daß es sich bei der lamellaren Struktur der asteroiden Körperchen offensichtlich nicht, wie bisher angenommen, um saure Phospholipide handelt. Die Anfälligkeit gegenüber Calcium-spezifischen Chelatoren dokumentiert die Bedeutung der Calciumionen für die strukturelle Integrität der asteroiden Partikel.

Universitäts-Augenklinik, Ratzeburger Allee 160, D-23538 Lübeck
*Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, Braunschweig


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