97. Jahrestagung der DOG 1999

K 680

EINFLUSS DER HYPERBAREN SAUERSTOFFBEHANDLUNG AUF DEN INTRAOKULÄREN DRUCK UND DEN PULSATILEN OKULÄREN BLUTFLUSS

G. Rössler1, R. Krott1, B. Engels1, D. Krauß2, C. P. Jonescu-Cuypers1, R. Heller2

Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) wird zur Behandlung verschiedener Krankheiten vaskulärer oder ischämischer Genese, inklusive ophthalmologischer Krankheitsbilder, eingesetzt. Über den Einfluß der HBO auf den introkularen Druck (IOD) und den pulsatilen okularen Blutfluß (pOBF) ist bisher wenig bekannt. Daher haben wir das Verhalten dieser beiden Parameter unter diversen hyperbaren Bedingungen untersucht.

Methodik: 24 Augen von 12 gesunden Probanden (7 Männer und 5 Frauen, Durchschnittsalter 28 Jahre) mit Refraktionswerten zwischen -1,75 und +1,25 wurden in einer Druckkammer (Starmed 2200/5, HAUX, Deutschland) erhöhten Drücken ausgesetzt. Die Messungen des IOD und des pOBF (Tonometer Serien-Nr. MC6131, O.B.F. Labs. Ltd., UK) wurden bei Druckwerten von 100, 300, 160, 130 und anschließend wieder 100 kPa, sowohl vor als auch nach Oxygenierung bei gleichzeitiger transkutaner Bestimmung der Sauerstoffsättigung (tcpO2), durchgeführt. Zur statistischen Berechnung diente der t-Test für abhängige Stichproben.

Ergebnisse: Im Verlauf der Messung fiel der IOD kontinuierlich von durchschnittlich 16,4 vor auf 12,5 mmHg nach Überdruckexposition ab (mittl. Diff. 3,8, p<0,0001), wobei die zusätzliche Sauerstoffbehandlung ohne weiteren Effekt blieb. Während der pOBF bei 100 kPa im Durchschnitt 1230 µl/mm betrug, führte ein Druckanstieg auf 300 kPa zu einer Erhöhung des pOBF auf 1435 µl/min mit tendenziell höheren Werten nach Oxygenierung. Am Ende der Versuchsreihe lag der pOBF wieder bei seinem Ausgangswert.

Schlußfolgerung: Die HBO scheint eine Absenkung des IOD und einen Anstieg des pOBF zu induzieren, wobei die Oxygenierung den IOD nicht zu beeinflussen scheint. Zur Diskussion des Effektes auf den pOBF sind weitere Untersuchungen notwendig.

1Universitäts-Augenklinik Köln, D-50924 Köln
2Druckkammerzentrum Köln GmbH, Weyertal 76, D-50931 Köln

Köln Fortune Stipendium 120/1998


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