97. Jahrestagung der DOG 1999

V 668

KONSISTENTE IOLBERECHNUNG UND QUANTIFIZIERUNG VON AKKOMMODATIONSMECHANISMEN

J. Wahl, P.R. Preußner



Hintergrund: Die Berechnung von Intraokularlinsen wird meist durch Näherungsformeln (z.B. SRKII) beschrieben, die nur einen eingeschränkten Gültigkeitsbereich haben und bei höherer Myopie oder Hyperopie nicht vernachlässigbare Fehler verursachen. Auch genauere Formeln (z.B. nach Holladay) enthalten noch Näherungen, so daß auch ihre Resultate nicht völlig sicher sind. Darüber hinaus sind sie meist wenig anschaulich und zudem aufwendig in der praktischen Handhabung.

Methode: In einem Computerprogramm wird die optische Abbildung im Auge formal exakt (d.h. bis auf vernachlässigbare numerische Rundungsfehler) berechnet. Weder werden Näherungen für dünne Linsen noch für achsennahe Strahlen angenommen. Die Rechnung ist physikalisch durch die Brechungsindices von Hornhaut, Vorderkammer, Intraokularlinse und Glaskörper sowie die Krümmungsradien und Abstände der brechenden Flächen eindeutig determiniert. Daher können auch verschiedene Möglichkeiten der Akkommodation quantifiziert werden. Hierzu gehören Änderungen im vorderen und / oder hinteren Linsenradius sowie Verschiebungen der Linse auf der optischen Achse. Alle Berechnungen erfolgen interaktiv und anschaulich, so daß auch (in der Diskussion) Vorschläge aus dem Auditorium entgegengenommen und durchgerechnet werden können.

Schlußfolgerungen: Die interaktive Präsentation der Rechnung erhöht die Anschaulichkeit und somit das Verständnis für die Zusammenhänge. Die physikalische Konsistenz der Vorgehensweise beseitigt Zweifel an der Genauigkeit der Resultate.

UniversitätsAugenklinik, Langenbeckstr. 1, D55101 Mainz


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