97. Jahrestagung der DOG 1999

V 666

NACH IMPLANTATION MONOFOKALER UND MULTIFOKALER SILIKONINTRAOKULARLINSEN

B. Dick1, O. Schwenn2, N. Pfeiffer3

Ziel der prospektiven Studie war die Analyse von Refraktion, Vorderkammertiefe, Dezentrierung und Verkippung (Tilt) nach Implantation monofokaler (MONO) und multifokaler (MIOL) Intraokularlinsen (IOL).

Patienten und Methode: Insgesamt wurden 90 Augen von 90 Patienten eingeschlossen. Es wurde entweder eine dreistückige monofokale (SI40NB, Allergan; n=51) oder multifokale SilikonIOL (SA40N, Allergan; n=31) implantiert. Vorderkammertiefe (ACD), IOL Dezentrierung und Tilt wurden mittels Scheimpflugaufnahmen objektiv quantifiziert. Die Untersuchungen wurden präoperativ sowie postoperativ nach 1 Woche und nach 6 Monaten vorgenommen. Zu diesen Untersuchungszeitpunkten wurde die subjektive Refraktion ermittelt.

Ergebnisse: 93,3 % der Augen mit MIOL lagen im Bereich von ±1 dpt (sphärisches Äquivalent) um die Zielrefraktion, alle übrigen Augen im Bereich von ±2 dpt. In der Gruppe der Augen mit MIOL betrug die postoperative ACD (Median) 4,90 mm in der ersten Woche und 4,78 mm nach 6 Monaten. In der Gruppe der Augen mit MONO nahm die postoperative ACD ähnliche Werte an: 4,96 mm in der ersten Woche und 4,88 mm nach 6 Monaten. Die ACD wies keine statistisch signifikante intraindividuelle Änderung während des postoperativen Verlaufs auf. Eine klinisch relevante Dezentrierung (mm) wurde weder in der MIOLGruppe (Median: 0; Range: 0 - 0,58) noch in der MONOGruppe (Median: 0,14; Range: 0 - 0,9) beobachtet. 6 Monate postoperativ betrug der Tilt (Grad) in der MIOLGruppe 1,0 (Median; Range: 0 - 2,6) bzw. 1,0 (Median; Range: 0 - 2,5) in der MONOGruppe. Eine statistisch signifikante intraindividuelle Änderung von IOL Dezentrierung oder Tilt war nicht feststellbar.

Zusammenfassung: Dreistückige monofokale und multifokale Silikon IOL mit rigider PMMA Haptik wiesen nach zirkulärer Kapsulorhexis und Implantation in den Kapselsack eine gute Zentrierung und eine minimale Verkippung ohne signifikante Änderungen im 6 monatigen postoperativen Beobachtungszeitraum auf. Eine statistisch signifikante Refraktionsänderung wurde im postoperativen Verlauf von 6 Monaten nicht beobachtet.

UniversitätsAugenklinik, Langenbeckstr. 1, D55101 Mainz


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