97. Jahrestagung der DOG 1999

K 663

EFFEKT VON SURAMIN AUF DIE MIGRATION VON HUMANEN LINSEN-EPITHELZELLEN IN VITRO

J. Kriegsch, U. Pleyer, P. Rieck


Problemstellung: Die gängige Nachstarbehandlung nach EC-Kataraktextraktion mittels YAG-Laser-Kapsulotomie hat sich durch ihre Effizienz klinisch etabliert, beinhaltet jedoch eine höhere Inzidienz von hiermit verbundenen Komplikationen. Neue Behandlungsansätze konzentrieren sich deshalb auf die pharmakologische Nachstarprävention zur Schonung der Hinterkapsel. In der vorliegenden Studie untersuchten wir den Effekt des Naphthylurea Suramin in vitro in der Zellkultur.

Methodik: Humane Linsenepithelzellen (HLEC) wurden in Kultur (DMEM + 10% FCS) bis zur Konfluenz gezüchtet. Nach Serumreduktion (5%) wurde eine zentrale, zirkuläre Läsion durch Abrasio der Zellen innerhalb eines 5mm Durchmesser großen Areals gesetzt. Zur Bestimmung einer Dosis-/Wirkungs-beziehung wurden die Zellen mit verschiedenen Konzentrationen (0,1; 0,5; 1; 3 und 5 mM) von Suranim über 1-120 Stunden inkubiert. Kontrollkulturen erhielten keinen Zusatz. Nach 5 Tagen erfolgte die mikroskopische Auszählungen der in den Läsionsbereich migrierenden Zellen. Toxizitätsanlaysen wurden nach Trypanblaufärbung der Zellen durchgeführt.

Ergebnisse: Suramin führt konzentrationsabhängig bereits nach kurzer Inkubationszeit (1-3 h) zu einer signifikanten Inhibition der Zellmigration (p < 0.01). Bei höheren Konzentrationen (> 3 mM) wurde zusätzlich eine Zellyse beobachtet. An konfluenten Endothelzellen wurden erst bei einer Suramin-Konzentration von > 5 mM und > 70 Stunden Inkubationszeit morphologische Veränderungen erkennbar.

Schlußfolgerung: Die erzielten Ergebnisse zeigen die Effizienz von Suramin zur Inhibition der Migration von HLEC, die sich durch die Blockierung von Wachstumsfaktor-mediierten Effekten erklärt. Die Wirksamkeit von Suramin bietet eine Perspektive hinsichtlich des Ziels einer pharmakologischen Nachstarinhibition. Untersuchungen zur Pharmakokinetik und Auswirkung von Suramin auf weitere intraokuläre Gewebe müssen jedoch noch folgen.

Univ.-Augenklinik Charité, Campus Virchow-Klinikum, Augustenburger Platz 1, D-13353 Berlin unterstützt durch DFG Ri 568/3-2


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