97. Jahrestagung der DOG 1999

K 661

EIN 3D-KAPSELSACKMODELL ZUR BESCHREIBUNG DER BIO-MECHANISCHEN EIGENSCHAFTEN NEUER KUNSTLINSENTYPEN

R. Beck, K. Pfeiffer, J. Stave, R. Guthoff

Zur Bestimmung einer eventuellen Verformung des Kapselsackes nach Implantation von Intraokularlinsen (IOL) aus unterschiedlichem Material und Design wurde mit Hilfe einer geeigneten Preßvorrichtung aus Silikonkautschuck ein 3-dimensionales Modell des Kapselsackes hergestellt.

Methoden: Nach Einsetzen von 13 verschiedenen Intraokularlinsen aus PMMA, Silikon und Acrygel in den künstlichen Kapselsack wurden die Verformungsgrade mit Hilfe von Deformierungsquotienten und -faktoren bestimmt. Mit Hilfe des UBM wurde die Größe des Spaltes zur Kapselsackrückwand ermittelt.

Ergebnisse: Intraokularlinsen aus PMMA mit C-Haptik-Design bewirkten eine relativ stärke Verformung des Kapselsackes als Linsen aus Silikon. Beide Linsentypen zeigten einen relativ breiten Spalt zwischen Optik und Kapselsackrückwand. Intraokularlinsen aus Acrygel mit atypischen Haptikkonfigurationen oder C-Haptik erzielten bessere Ergebnisse hinsichtlich der Verformung und spaltfreier Lage der Optik zur Kapselsackrückwand.

Schlußfolgerungen: Ein 3D-Silikonkautschuckmodell ist geeignet, eine mögliche Verformung des Kapselsackes nach der Implantation einer IOL und die Lage der Optik zur Kapselsackrückwand außerhalb des Auges zu simulieren. Aus den gewonnenen Ergebnissen hinsichtlich der spaltfreien Lage der Optik zur Kapselsackrückwand könnte man Rückschlüsse auf die zu erwartende Nachstarentwicklung ziehen.

Univ.-Augenklinik, Doberaner Str. 140, D-18057 Rostock


Zurück