97. Jahrestagung der DOG 1999

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KONFOKALE IN-VIVO-MIKROSKOPIE - ERFASSUNG UND DARSTELLUNG MORPHOLOGISCHER VERÄNDERUNGEN BEI HORNHAUTDYSTROPHIEN

M. König1,2, L. P. Werner1, L. P. Werner1, J. M. Legeais1, G. Renard1


Einleitung: Mit Hilfe der konfokalen Mikroskopie können alle Hornhautebenen foto-elektrisch in Echtzeit gescannt werden, was Zelldarstellungen ermöglicht, wie sie sonst nur im histologischen Schnitt erreicht werden. Die Untersuchung der Hornhaut erfolgt ohne invasiven Eingriff und ohne direkten Kontakt.

Material/Methoden: Für die Darstellung von Größe und Form der Veränderungen bei den verschiedenen Hornhautdystrophien, verwendeten wir in unserer Studie das Tomey ConfoScan Mikroskop. Nach örtlicher Betäubung (Oxybuprocain 0,4%) wurde eine Immersionstechnik mit einer tränenfilmersetzenden Flüssigkeit (Lacrigel®) durchgeführt. Dies hat zur Folge, daß das Hornhautepithel während der Untersuchung nicht berührt wird. Für die Untersuchung der Hornhaut wurden zwei Achroplan (40/0.75, Feldgröße 330x240mm, Feldtiefe 15mm, laterale Auflösung 1mm und 63/0.9, Feldgröße 210x150 mm, Feldtiefe 10mm, laterale Auflösung 0.5mm) Wasserimmersionsobjektive verwendet. Ziel unserer Studie war festzustellen, welche Bilder mit diesen beiden Objektiven bei Hornhautdystrophien erreicht werden können.

Ergebnisse: Groenouw I: Das Epithel weist irreguläre, hochreflektierende Einlagerungen von ca. 50 mm Durchmesser auf. Diese fanden wir zwischen der Basalzellschicht und der mittleren Zellschicht. Sie haben ein „brotkrümelartiges" Aussehen und die Begrenzungen der Basalmembran erschienen normal. Die Einlagerungen im Stroma variierten zwischen rund und irregulär und einem Durchmesser von 50 mm bis 500 mm. Die Läsionen sind hochreflektiv, dicht, grauweiß und vom normalen Stroma abgegrenzt. Biber-Haab-Dimmer: Im vorderen und mittleren Stroma finden sich charakteristische reflektierende, verzweigte Filamente mit einem Durchmesser von 80-100 mm. Die Begrenzungen der zufällig verteilten Filamente waren gut sichtbar. Cogansche Epitheldystrophie: Abnormale intraepidermale Basalmembran, die bis in die subepithelialen Schichten reicht und von der Basalzellschicht getrennt erscheint. Reis-Bückler Dystrophie: Im vorderen Stroma finden sich feine, diffuse Depots dystrophischen Materials, die zwischen die Keratozytenkerne eingestreut sind. Die Interpretation dieser Erscheinungen ist schwierig. Die Keratozytenkerne des darunterliegenden Stromas erschienen normal, genauso wie die Descemetsche Membran und das Endothel. Fuchssche Dystrophie: Zystische Läsionen sind im Stroma nachweisbar. Das Endothel hat seine normale Strukturierung verloren und zeigt ein abnormales Muster.

Schlußfolgerung: Die konfokale Mikroskopie stellt eine geeignete Methode bei Diagnose und Verlaufsbeobachtung von Hornhautdystrophien dar.

1 Augenklinik im Hôtel-Dieu Paris, 1 Place du Parvis de Notre Dame, 75181 Paris, Frankreich (Dir.: Prof. Dr. G. Renard)
2 Augenklinik Charité, Campus Virchow Klinikum, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, Deutschland (Dir.: Prof. Dr. Dr. C. Hartmann)


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