97. Jahrestagung der DOG 1999

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BEDEUTUNG DER KORNEALEN TOPOGRAPHIE ZUR VORHERSAGE VON PATIENTENBESCHWERDEN NACH PHOTOREFRAKTIVER KERAT-EKTOMIE

J. Kampmeier, D. J. Tanzer, H. Er, S. C. Schallhorn, L. LaBree, P. J. McDonnell


Ziel: Untersuchung zur Sensitivität und Spezifität der kornealen Topographie zur Vorhersage möglicher Beschwerden von Patienten nach photorefraktiver Keratektomie (PRK).

Methode: Tangentiale korneale Topographien in relativer 0,5 dpt. und 1,0 dpt. Scalierung wurden bei 34 Augen mindestens 4 Monate nach photorefraktiver Keratektomie durchgeführt. Die maskierten Topographien von 18 Beschwerde-Augen und 16 Nicht-Beschwerde-Augen wurden von 6 Untersuchern mit unterschiedlichem PRK-Erfahrungsniveau (2 Erfahrene, 4 Anfänger) jeweils einer der zwei Beschwerdegruppen zugeordnet.

Ergebnisse: Die Topographien der Beschwerde-Augen (Sensitivität) und Nicht-Beschwerde-Augen (Spezifität) wurden generell in 53,2% richtig zugeordnet bzw. bei Beschwerde-Augen in 44,0% und bei Nicht-Beschwerde-Augen in 63,5% (p=0,06). Erfahrende Untersucher waren nicht statistisch signifikant besser als unerfahrene Untersucher (46.3% vs. 56.6%, p=0.09). Topographien in 1 dpt. Scalierung wurden statistisch signifikant korrekter zugeordnet als in 0,5 dpt. Scalierung (56,4% vs. 50%, p=0,03). Die Reproduzierbarkeit zwischen Topographien desselben Auges in beiden Scalierungen war statistisch signifikant besser für die erfahrenen als für die unerfahrenen Untersucher (kappa Koeffizient 0,73 vs. 0,51, p=0,05).

Schlußfolgerung: Die alleinige subjektive Analyse postoperativer kornealer Topographien ist nicht ausreichend für die Vorhersage möglicher Beschwerden von Patienten nach photorefraktiver Keratektomie. Topographische Ergebnisse sollten im Kontext der vollständigen klinischen Untersuchung interpretiert werden.

Universitäts-Augenklinik Ulm, Prittwitzstr. 43, D-89075 Ulm / Doheny Eye Institute and Department of Ophthalmology, University of Southern California School of Medicine, Los Angeles, USA


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