97. Jahrestagung der DOG 1999

K 623

KATARAKTOPERATION NACH THERAPIE DES ADERHAUTMELANOMS

J. Wachtlin, A. O. Schueler, N. E. Bechrakis, H. Helbig


Ziel: Untersuchung der funktionellen Ergebnisse, Komplikationen und Besonderheiten von Kataraktoperationen nach Therapie des malignen Melanoms des Auges.

Methode: In einer retrospektiven Studie wurden die Krankenakten von 57 Patienten untersucht, bei denen eine Kataraktoperation nach Therapie eines malignen Melanoms des Auges (25 Rutheniumapplikatoren, 25 Jodapplikatoren, 9 Tumorexcisionen (davon 5 mit zusätzlichem Rutheniumapplikator), 3 Protonenbestrahlungen) durchgeführt wurde. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 16,8 Monate.

Ergebnisse: Vom Zeitpunkt der Tumortherapie bis zur Kataraktoperation vergingen im Mittel 17,9 Monate (1-46 Monate). Bei 52 Augen (91%) konnte eine Linse implantiert werden, davon 46 (86%) in den Kapselsack und 4 (7,6%) in den Sulkus. Die Operation war in 22 Fällen (38,5%) durch hintere Synechien, in 18 Fällen (31,5%) durch ein Sekundärglaukom und einer Rubeosis iridis bei 16 Patienten (28%) erschwert. In 14 Fällen (24,6%) mußten Irisretraktoren verwendet werden und 12 mal (21%) kam es zu einer Ruptur der Hinterkapsel. Der beste postoperative Visus verbesserte sich im Mittel in 71,9% um 2 oder mehr Linien (Ruthenium 92%, Jod 60%, Excision 88 %, Protonen 66%), blieb in 24,56% (Ruthenium 8%, Jod 36%, Excision 11%, Protonen 33%) unverändert und verschlechterte sich um 2 oder mehr Linien bei 3,5%. Der letzte festgestellte postoperative Visus war bei insgesamt 42,1% (Ruthenium 60%, Jod 24%, Excision 55,5%, Protonen 33%) um 2 oder mehr Linien besser, in 38,6% (Ruthenium 24%, Jod 52%, Excision 33,3%, Protonen 33,3 %) unverändert und in 19,29% (Ruthenium 16%, Jod 24%, Excision 11,1%, Protonen 33,3%) um 2 oder mehr Linien schlechter. In 7 Fällen (12,28%) wurde nach der Kataraktoperation die Indikation zur erneuten Strahlentherapie wegen eines Rezidives gestellt. 3 Patienten hatten im Verlauf Metastasen entwickelt.

Schlußfolgerung: Die Kataraktoperation führt in den meisten Fällen sowohl unmittelbar postoperativ wie auch im Verlauf zu einer funktionellen Verbesserung. Die Operation selbst ist erschwert durch die komplizierte Ausgangssituation mit Synechien, Sekundärglaukom und Rubeosis iridis. Die Kataraktoperation ermöglicht eine bessere Tumorkontrolle und kann so Rezidive aufdecken. Es besteht kein Anhalt für eine gehäufte Metastasierung.

Augenklinik, Universitäts-Klinikum Benjamin Franklin, D-12200 Berlin


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