97. Jahrestagung der DOG 1999

R 611

NEUE ENTWICKLUNG IN DER BEHANDLUNG INTRAOKULARER TUMORE: INFRAROTLASER, KOMBINATIONSAPPLIKATOREN, ENDORESEKTION

N. Bornfeld, M. H. Foerster, A. Schüler, J. Wening, G. Anastassiou

Die Komplikationen in der Strahlentherapie maligner intraokularer Tumoren haben zur Suche nach therapeutischen Möglichkeiten geführt. Die alleinige Strahlentherapie hat insbesondere bei großen Melanomen der Uvea und juxtapapillären Aderhautmelanomen enttäuschende Resultate gezeigt. Zu den therapeutischen Alternativen gehören die Kombination von transpupillärer Infrarotlasertherapie mit niedrig dosierter lokaler Strahlentherapie, die Kom-bination von Infrarotlasertherapie mit gleichzeitig injizierten selektiv absorbierenden Farbstoffen („dye-enhanced"), sowie in selektierten Fällen die Endoresektion ebenfalls in Kombination mit den genannten lokalen Therapieverfahren. Die Anwendung von Kombinationsapplikatoren aus zwei Nukliden erreicht darüber hinaus eine optimierte Dosisverteilung. Die bisherigen Ergebnisse lassen eine Verbesserung der funktionellen Ergebnisse bei vergleichbarer lokaler Tumorkontrollrate erhoffen.
Die Behandlung des Retinoblastoms hat in letzten Jahren einen ent-scheidenden Wandel erfahren. Aufgrund der inakzeptabel hohen Spät-komplikationsrate ist die perkutane Strahlentherapie zugunsten anderer Therapieformen, wie insbesondere der Chemoreduktion in Kombination mit Lasertherapie und lokaler Strahlentherapie aufgegeben worden.Mit diesem multimodalen Therapieansatz lassen sich ähnliche lokale Tumorkontrollraten wie nach perkutaner Strahlentherapie erzielen, wobei allerdings die Zahl neuer und rezidivierender Tumore erheblich höher und die Therapie entsprechend aufwendiger ist.

Essen
Berlin


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