97. Jahrestagung der DOG 1999

P 589

TRANSLOKATION VON IRISPIGMENTEPITHELZELLEN IN DEN SUBRETINALRAUM: ERSTE KLINISCHE ERGEBNISSE

A. Lappas1, A. W. A. Weinberger1, S. Wolf2, A. M. H. Foerster1, B. Kirchhof1


Einleitung: Eine mögliche Therapie der exsudativen Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) stellt die chirurgische Exzision des choroidalen neovaskulären Gewebes (CNV) dar. Um den verbleibenden, funktionell ungünstigen Gewebedefekt im retinalen Pigmentepithel zu beheben, wurden autologe Irispigmentepithelzellen (IPE-Zellen) als Zellersatz subretinal injiziert

Methoden: Zehn Patienten mit exsudativer AMD wurden operiert und nachverfolgt. Fünf Patienten hatten subfoveale choroidale Neo-vaskularisationsmembranen (zwei mit okkulter CNV, drei mit klassischer CNV), fünf wiesen eine vaskularisierte Pigmentblattabhebung (PED) auf. Es wurde zunächst eine Iridektomie und IPE-Zellpräparation durchgeführt. Die Suspension dieser Zellen wurde nach der submakulären Membranextraktion in den Subretinalraum gespritzt. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von 6 Monaten nachverfolgt. Die Ergebnisse der klinischen Visusprüfung, Fundusdokumentation und der fluoreszenz-angiographischen Befunde wurden ausgewertet.

Ergebnisse: Bei neun Patienten konnte die CNV vor der Zellinjektion extrahiert werden. Die meisten postoperativen Visuswerte nach 6 Monaten (0,067-0,3) zeigten gegenüber den präoperativen (0,05-0,3) keine signifikante Änderung, wobei Werte von mehr als zwei Visusstufen als signifikant definiert wurden. In einem Fall kam es durch ein Rezidiv zu einem Visusabfall. Fluoreszenzangiographisch fand sich postoperativ eine hyperfluoreszente trockene Narbe bei acht Patienten, bei zwei der Patienten mit präoperativer PED fand sich eine geringe Leckage im Randbereich der Operationsnarbe, bei einer Patientin entstand ein Rezidiv.

Schlußfolgerungen: Bei den meisten Patienten konnte die submakuläre Membran erfolgreich entfernt werden, eine Patientin entwickelte ein Rezidiv. Bei Pigmentblattabhebungen war die Membranexzision durch schlechte Sicht erschwert. Nach 6 Monaten wies der Visus einen stabilen Wert auf. Die Injektion von Irispigmentepithelzellen zeigte keine zusätzlichen Komplikationen. Weitere klinische Untersuchungen dieses Operations-verfahrens sollten die Stabilität des Ergebnisses im Langzeitverlauf untersuchen.

Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, D-52057 Aachen
Universitätsaugenklinik Leipzig, Liebigstr. 10-14, D-04103 Leipzig


Zurück