97. Jahrestagung der DOG 1999

P 588

DER VERLAUF DER DIABETISCHEN RETINOPATHIE NACH ERFOLG-REICHER PANKREAS-NIEREN-TRANSPLANTATION

P. Wölfelschneider, L. Blomberg, U. Gronemeyer

Die zunehmende Retinopathie bei Patienten mit Typ-I-Diabetes ist eine schwerwiegende Komplikation, die häufig zum Visusverlust führt. Wir analysierten den Verlauf der Netzhautveränderungen bei Patienten nach erfolgreicher Pankreas-Nieren-Transplantation.

Patienten und Methoden: Wir untersuchten 28 Patienten, 15 Männer und 13 Frauen, mit Typ-I-Diabetes. Das Alter betrug im Durchschnitt 36 (26-49) Jahre. Die Patienten litten im Mittel 25 (15-46) Jahre an Diabetes mellitus. Die Nachbeobachtungszeit lag im Mittel bei 10 Monaten (6 Monate - 2 Jahre). Die Untersuchung schloß einen vollständigen ophthalmologischen Status und eine Fotodokumentation ein. Zusätzlich beurteilten wir den ETDRS-Score im Verlauf.

Ergebnisse: In der mittleren Nachbeobachtungszeit von 10 Monaten stabilisierte sich der Netzhautbefund bei 23 von 28 Patienten (82%), obwohl die Patienten zum Zeitpunkt der Transplantation sehr unterschiedliche Stadien der diabetischen Retinopathie aufwiesen. Bei 5 Patienten kam es zu geringfügiger Verschlechterung des Scores, aber nur bei 2 Patienten (7%) kam es zu einer Behandlung, zum einen durch ein zentrales Netzhautödem, zum anderen durch eine Glaskörpereinblutung. Bei 4 Patienten (14%) kam es zur Entwicklung einer Katarakt.

Schlußfolgerung: Nach einer erfolgreichen Pankreas-Nieren-Transplantation stabilisieren sich insbesondere auch die fortgeschrittenen Stadien der diabetischen Retinopathie. Die Entwicklung der Linsentrübung und weitere Effekte, die möglicherweise durch die begleitende immunsuppressive Therapie bedingt sind, müssen in weiteren Studien aufgezeigt werden.

Augenklinik der Ruhr-Universität Bochum, In der Schornau 23-25, D-44892 Bochum


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