97. Jahrestagung der DOG 1999

P 587

VERBESSERUNG DER MAKULAFUNKTION DURCH MEMBRAN-DIFFERENTIALFILTRATION BEI DIABETISCHER RETINOPATHIE

C. Lüke, R. A. Widder, F. Soudavar, P. Walter, R. Brunner, H. Borberg



Hintergrund: Die Veränderung der Blutflußeigenschaften wird als ein wesentlicher Faktor in der Pathogenese der diabetischen Retinopathie (DR) diskutiert. Die Membrandifferentialfiltration (MDF) ist ein extrakorporales Behandlungsverfahren zur Optimierung rheologischer Parameter durch Elimimination hochmolekularer Plasmaproteine und Lipoproteine. Die vorliegende Studie untersuchte die Effekte einer wiederholten Behandlung mittels MDF auf die Makulafunktion bei DR.

Methodik: 11 Patienten (11 Augen) mit nicht-proliferativer DR oder inaktiver proliferativer DR wurden mit drei MDF-Zyklen mittels Kaskadenfiltration (AR 2000, Asahi Medical Tokyo) über einen mittleren Zeitraum von 18 Wochen (+ 4) behandelt. Hauptverlaufs-parameter waren die bestkorrigierte Sehschärfe (ETDRS charts) und das Gesichtsfeld (30-2, Humphrey Instr.). Die Bestimmung der Sehschärfe, des Gesichstfeldes, biochemischer und rheologischer Parameter wurde 24 Stunden vor und nach jedem Zyklus sowie zum Follow-up-Termin durchgeführt. Die mittlere Zeitpunkt für das Follow-up lag bei 9 (+ 4) Wochen nach der Behandlungsperiode.

Ergebnisse: Im Vergleich zur Basisuntersuchung zeigte sich eine mittlere Visusverbesserung um 1,4 Zeilen (p= 0,02), die beim Follow-up stabil blieb (1,3 Zeilen, p<0,001). Die mittlere Defekttiefe des Gesichtsfeldes wurde um 2,8 dB (p= 0,13) am Ende des Behandlungs-zeitraums bzw. um 2,5 dB (p= 0,016) am Follow-up-Termin reduziert.

Schlußfolgerung: Repetitive MDF-Zyklen führen zu einer Verbesserung der Makulafunktion bei Patienten mit DR. Die Membran-differentialfiltration bietet eine zusätzliche therapeutische Perspektive nach abgeschlossener stadiengerechter Laserkoagulation.

Universitätsaugenklinik, Köln


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