97. Jahrestagung der DOG 1999

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ERSTE INTRAOPERATIVE ERFAHRUNGEN MIT PERFLUORO-HEXYLOCTAN

D. C. Zeana, N. F. Schrage, C. Dahlke, S. Wolf, B. Kirchhof

Wir haben die Effektivität von Perfluorohexyloctan, C14 F13H17 (F6H8)- einem in Siliokonöl löslichen semifluorierten Alkan - zur intraoperativen Netzhautentfaltung und zum Entfernen von verbliebenen Silikonöltropfen aus dem Auge erprobt.

Patienten und Methoden: Bei 20 Patienten wurde F6H8 intraoperativ verwendet. In 10 Augen mit komplizierten Netzhautablösungen haben wir F6H8 als Entfaltungsflüssigkeit verwendet. Am Ende der Operation wurde dann F6H8 bei 7 Augen gegen Silikonöl und bei 3 Augen gegen SF6 20% ausgetauscht. In anderen 10 Augen wurden verbliebene Silikonölreste auf Intraokularlinsen (IOL) oder aus dem Glaskörperraum mit F6H8 gespült.

Ergebnisse: Bei 7 von 10 Patienten ließ sich die Netzhaut mit Hilfe von F6H8 problemlos entfalten. In anderen 3 Augen war eine Retinektomie zur kompletten Wiederanlage der Netzhaut notwendig. In allen Augen konnten mittels F6H8 Silikonöltropfen von den IOL (6 Fälle) und aus dem Glaskörperraum (4 Fälle) entfernt werden. In einem Fall war eine Reoperation wegen neu auftretender Silikonöltröpfchen auf der Linse notwendig.

Diskussion: Das geringere spezifische Gewicht von F6H8 (1,35 g/cm3) stellt sich gegenüber den flüssigen Perfluorokarbonen als vorteilhaft heraus, indem Resttraktionen und Versteifungen der Netzhaut besser identifiziert werden können. F6H8 zeigte sich intraoperativ als probates Mittel zur Entfernung von im Auge verbliebenen Silikonölresten, insbesondere auf Silikon-Intraokularlinsen. Trotz sorgfältiger Spülung des Auges mit F6H8 können Silikonölreste als kleinste Bläschen in den Ziliarkörperkrypten verbleiben, die sich im späteren Verlauf auf den Intraokularlinsen wieder anlagern können und somit das Sehvermögen des Patienten erneut beeinträchtigen.

Aachen


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