97. Jahrestagung der DOG 1999

P 584

KOMBINIERTE INTRAVITREALE r-TPA- UND SF6-INJEKTION BEI SUBRETINALEN BLUTUNGEN

B. Wiechens, G. Häring



Hintergrund: Große subretinale Blutungen bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD) stellen in der Regel eine Indikation zur subretinalen Chirurgie dar. Kleine Begleitblutungen bei choroidalen Neovaskularisationen (CNV) zeigen häufig eine gute Spontanresorption. Umstritten ist die Vorgehensweise bei subretinalen Blutungen, die zu groß für eine Resorption, jedoch zu klein für eine operative Entfernung sind. Wir führten bei diesen Patienten eine intravitreale r-TPA- und SF6-Injektion als Ersteingriff durch.

Material und Methode: 20 Augen von 20 Patienten wurden in dieser Studie nachuntersucht. Das Durchschnittsalter war 75,9 ± 7,1 Jahre (Bereich: 60-88 Jahre). Die Symptomdauer war im Durchschnitt 15,5 Tage (3-28 Tage). Allen Patienten wurde in Lokalanästhesie 50 µg r-TPA und 0.4 ml SF6 intravitreal injiziert. Nach Verdrängung der Blutung wurde bei allen Patienten eine Fluoreszenzangiographie (FAG) durchgeführt, um das weitere Vorgehen festzulegen. Die Nachbeobachtungszeit betrug 4,1 ± 2,2 Monate (1-12 Monate).

Ergebnisse: Der korrigierte präoperative Visus aller Augen lag zwischen Fingerzählen und 0,32. Postoperativ kam es bei 7 von 20 Augen zu einem Visusanstieg von mehr als 2 Optotypenreihen. Bei 10 von 20 Augen war der Visus unverändert, in den verbliebenen 3 Augen schlechter als präoperativ. Nur bei einem Auge fand sich in der FAG eine klassische, extrafoveoläre CNV. Nach Laserkoagulation (LK) stieg der Nahvisus bei diesem Patienten auf Nieden 1 an. Bei 3 Augen wurde eine subfoveale CNV chirurgisch entfernt. In diesen Fällen kam es nur zu einer Visusstabilisierung. Die übrigen Augen wiesen eine okkulte CNV auf, die nicht weiter behandelt wurde. Zu postoperativen Komplikationen kam es in keinem Fall.

Schlußfolgerung: Durch die kombinierte intravitreale r-TPA-/SF6-Injektion kann in Einzelfällen eine Visusverbesserung erreicht, der natürliche Verlauf der AMD jedoch nicht beeinflusst werden. Nach Verdrängung der subretinalen Blutung wird die weitere Diagnostik erleichtert und beschleunigt. Diese komplikationsarme Methode sollte als Ersteingriff unter den o.g. Voraussetzungen in Erwägung gezogen werden.

Sektion für Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes und vitreoretinale Chirurgie, Klinik für Ophthalmologie, Christian-Albrechts-Universität, Hegewischstr. 2, D-24105 Kiel


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