97. Jahrestagung der DOG 1999

K 566

TRANSPLANTATION VON HUMANEN AMNIONMEMBRANEN ZUR REKONSTRUKTION DER AUGENOBERFLÄCHEN - FALLBERICHTE

F. Sistani , G. Schwartze, U. Hartmann, T. Damms, U. H. Steinhorst, R. Winter


Einleitung: Die Transplantation von humanen Amnionmembranen kann zur Rekonstruktion der Augenoberflächen verwendet werden. Sie kann zur Deckung von Sklera nach Exzision von Pterygien oder zur Behandlung von Hornhautulcera oder persistierenden Epitheldefekte eingesetzt werden. Wir berichten über unsere Erfahrung mit dieser Technik.

Material und Methoden: Die Amnionmembranen wurden von Placentae nach Kaiserschnitten aquiriert. Virale Infektionen und Lues der schwangeren Frau wurden serologisch ausgeschlossen. Die Amnionmembran wurde von Placenta abgezogen und mit dem Epithel nach oben auf ein Nitrocellulose-Papier gebracht. Sie wurde dann in verschiedenen Größen (1 cm x 1cm - 3 cm x 3 cm) geschnitten. Die Stücke wurden dann in Kryo-Tubes gebracht. Die Tubes wurden dann in flüssigem Stickstoff (-196°C) gelagert. Zwischen 4/98-12/98 wurden 17 Amnionplastiken in unserer Klinik durchgeführt. In 9 Fällen handelte es sich um Pterygien oder Pannusbildungen. In 8 Fällen war eine Amnionplastik bei Hornhautulcera oder Epitheldefekte indiziert.

Ergebnisse: In 15 Fällen konnte eine Reepithelialisierung durchschnittlich nach 10 Tagen beobachtet werden. In 2 Fällen mußte bei mangelnder Reepithelialisierung eine Keratoplastik durchgeführt werden. Die ersten Zeichen eines Rezidives nach Pterygium-Exzisionen zeigten sich nach 5 Monaten.

Schlußfolgerung: Eine Amnionplastik ist eine alternative Methode zur entgültigen Rekonstruktion der Augenoberflächen bei therapie-resistenten Fällen oder um Zeit für eine geplante Keratoplastk zu gewinnen.

Augenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, D-30625 Hannover


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