97. Jahrestagung der DOG 1999

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IN-VITRO CHARAKTERISIERUNG EPITHELIALER, STROMALER UND ENDOTHELIALER ZELLEN DER HORNHAUT ALS VORAUSSETZUNG ZUR ENTWICKLUNG EINER KERATOPROTHESE

K. Gaebert1, E. Berger1, J. Saedler1, D. G. Weiss2


Problemstellung: Die avaskuläre Struktur der Hornhaut ist in die drei Schichten Epithel, Stroma und Endothel unterteilt. Das Stroma formt über 90% des Gewebes und setzt sich aus Keratozyten und Kollagen-Lamellen zusammen. Im Hinblick auf die Entwicklung einer künstlichen Hornhaut steht die Charakterisierung der cornealen Zellen an erster Stelle. Die stromalen Fibroblasten haben eine besondere Bedeutung für die Stabilität der Keratoprothese. Durch Einwachsen in das poröse Haptikmaterial und Ablagerung von Kollagen verankern sie diese in der Hornhaut.

Methodik: Die Präparation der cornealen Fibroblasten erfolgte durch Auswachsen der Zellen aus den in Kultur genommenen Hornhautstücken. Die Isolation epithelialer, stromaler und endothelialer Zellen der Hornhaut erfolgte in Anlehnung an die Methode von Schneider et al. (In Vitro Toxicology 10(3), 1997, 309-18). Die Zellen wurden durch morphologische Untersuchungsmethoden und immunozytochemische Lokalisation zytoskeletaler Filamente und Proteine charakterisiert.

Ergebnisse: Vimentin wurde in cornealen Endothel- und Stroma-Zellen lokalisiert, jedoch nicht in Epithel-Zellen. Zur Differenzierung beider Zelltypen wurde die Verteilung des Fibroblasten-Oberflächenproteins auf Stromazellen nachgewiesen. Die Intermediärfilamente Zytokeratin und Desmin konnten nicht detektiert werden.

Schlußfolgerung: Die Kultivierung und Differenzierung der cornealen Zellen durch morphologische und immunozytochemische Methoden stellt ein in-vitro Modell für die Biokompatibilitätstestung von Haptikmaterialien dar. Damit sind die Voraussetzungen für die Entwicklung einer künstlichen Hornhaut gegeben.

1 Universitäts-Augenklinik, Doberaner Str. 140, D-18057 Rostock
2 Universität Rostock, Institut für Zellphysiologie, Universitätsplatz 2, D- 18055 Rostock


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