97. Jahrestagung der DOG 1999

V 558

IMMUNSUPPRESSIVE THERAPIE MIT MYCOPHENOLATMOFETIL (CELLCEPT®) ZUR PROPHYLAXE DER TRANSPLANTATABSTOSSUNG NACH PERFORIERENDER KERATOPLASTIK BEI HOCHRISIKO-PATIENTEN

B. Aboalchamat1, N. Stübiger 2, M. Zierhut2, A. A. Bialasiewicz1, K. Engelmann1

Die immunsuppressive Therapie bei Hochrisikopatienten nach perforierender Keratoplastik kann von schweren Nebenwirkungen begleitet sein. Mycophenolatmofetil (MMF) ist ein Immunsuppressivum (IS), welches erfolgreich zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung nach Nieren- und Herztransplantationen eingesetzt wurde und wenig Nebenwirkungen zeigte. Ziel dieser multizentrischen Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit von MMF zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung nach perforierender Keratoplastik bei Hochrisikopatienten.

Methode: Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden 21 Patienten (durchschnittliches Alter: 58,5 Jahre) mit einem hohen Risiko der Transplantatabstoßung nach perforierender Keratoplastik mit 2 x 1g MMF täglich behandelt und über einen Zeitraum von 6-27 Monate beobachtet. Alle wurden initial zusätzlich mit Corticosteroiden systemisch behandelt. Bei 5 Patienten erfolgte eine Therapieumstellung wegen Nebenwirkungen oder wegen Abstoßungsreaktion unter Therapie mit Cyclosporin A. Bei den Nachuntersuchungen wurden eine Spaltlampenuntersuchung, eine Kontrolle der Blutwerte, sowie eine Befragung nach möglichen Nebenwirkungen durchgeführt.

Ergebnisse: Es wurde bisher keine Transplantatabstoßung bei 20 Patienten beobachtet, bei 1 Patientin kam es zu einer Transplantatdekompensation. Bei 4 Patienten wurde eine Fadenentfernung durchgeführt und die immunsuppressive Therapie ausgeschlichen. Begleiterkrankungen wie Neurodermitis (n=2), Psoriasis (n=3) und rheumatoide Arthritis (n=1) konnten gebessert werden. Über Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerzen klagten 2 Patienten, allerdings nur in der initialen Phase der Therapie.

Schlußfolgerung: Das Immunsuppressivum MMF konnte bisher erfolgreich als Monotherapie zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei Hochrisikopatienten eingesetzt werden. Es zeigte sich eine gute Verträglichkeit. Eine vergleichende Studie mit anderen IS ist multizentrisch anzustreben.

1 Universitäts-Augenklinik, Martinistrasse 52, D-20246 Hamburg
2 Universitäts-Augenklinik, Schleichstrasse 12, D-72076 Tübingen


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