97. Jahrestagung der DOG 1999

P 550

MULTIFOKALE ELEKTRORETINOGRAPHIE BEI PATIENTEN MIT ALTERSABHÄNGIGER MAKULADEGENERATION - AMPLITUDEN-VERÄNDERUNGEN

B. Jurklies, M. Weismann

Die fokale Netzhautfunktion bei Patienten mit altersabhängiger Maculadegeneration (AMD) sollte unter Verwendung der multifokalen Elektroretinographie evaluiert werden.

Methoden: 55 Patienten mit einer exsudativen AMD wurden auf der Basis von klinischen und fluoreszenzangiographischen Befunden in 3 Gruppen eingeteilt. Gruppe I (n=12) bildeten die klassischen, Gruppe II (n=37) die okkulten und Gruppe III (n=6) die gemischten (okkult & klassisch) choroidalen Neovaskularisationsmembranen (CNV). In pseudoran-domisierten m-Sequenzen wurden mit 103 hexagonalen Feldern die zentralen 30° der Retina stimuliert und für jedes Feld eine gemittelte Antwort abgeleitet (VERIS-System, EDI, San Francisco). Die maximale Leuchtdichte betrug 200 cd/m2 bzw. 300 cd/m2. Die gemittelten Amplituden (Kernel erster Ordnung) unterschiedlicher Exzentrität von Ring 1 (zentral) bis Ring 6 (peripher) wurden mit jenen der Normgruppe verglichen. Die normalisierten Amplituden der Gruppen wurden miteinander verglichen.

Ergebnisse: Die Amplituden waren bei allen Gruppen gegenüber der Normgruppe reduziert. Sie waren am stärksten in den zentralen 7.5° (Ringe 1-3) vermindert. Zusätzlich zeigte sich eine diskrete Verminderung auch in den peripheren Ringen (4-6). Die normalisierten Amplituden der Ringe 1-3 waren in Gruppe III stärker als in Gruppe I vermindert, während jene von Gruppe II am wenigsten affiziert waren.

Schlußfolgerungen: Die Amplituden des Kernels erster Ordnung waren unterschiedlich stark in Abhängigkeit von der Exzentrität bzw. vom vorliegenden Typ der CNV affiziert. Letzteres könnte zumindest zum Teil mit dem Aktivitätsgrad der CNV korrelieren.

Universitätsaugenklinik Essen, Hufelandstraße 55, D-45122 Essen

Unterstützt durch Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG, Ju 379/1-1


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