97. Jahrestagung der DOG 1999

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ERSTE ERGEBNISSE DER ERBIUM:YAG-LASER VITREKTOMIE

H. Petersen, M. Mrochen, T. Seiler

Für die Durchführung einer Vitrektomie ist es von Vorteil, den Absaugdruck gering zu halten und die Bewegung intraokularer Strukturen beim Entfernen des Glaskörpers oder Membranen zu minimieren. Hohe Schneidraten und niedriger Absaugdruck ermöglichen ein praktisch kontinuierliches vitrektomieren, was in einer präklinischen Studie bereits nachgewiesen werden konnte.

Patienten und Methode: 20 Augen von 20 Patienten wurden randomisiert prospektiv operiert und über einen Zeitraum von 3 Monaten nachkontrolliert. Für 10 Augen wurde ein konventionelles, mechanisches Vitrektomiegerät (Prophaco, Fritz Ruck GmbH, Eschweiler) benutzt. Die Parameter Schneidfrequenz (7Hz), maximaler Aspirationsdruck (300mmHg) und Durchfluß (20 ml/min) wurden vorgegeben. Die Er:YAG-Laser Vitrektomie (10Augen) wurde mit einem Lasersystem mit weiterentwickeltem Handstück (Adagio, WaveLight, Erlangen) und festgelegten Parametern für Schneidfrequenz (70Hz), maximalem Absaugdruck (50mmHg) und Durchfluß (20ml/min) durchgeführt. Die Erfassung aller Daten erfolgte online, ebenso die Videoaufzeichnung.

Ergebnisse: Für die Durchführung der Er:YAG-Laser Vitrektomie waren signifikant geringere Absaugdrücke notwendig (p<0,001). Die mittlere quadratische Abweichung als Maß für intraokulare Druckschwankungen war ebenfalls bei der Laservitrektomie hochsignifikant niedriger (p <<0,001). Die deutlich geringeren intraokularen Bewegungen konnten ebenso anhand von Videoaufzeichnungen belegt werden. Für die reine Schneidzeit ergab sich kein signifikanter Unterschied (p=0,07).

Schlußfolgerung: Die Er:YAG-Laser Vitrektomie ermöglicht ein quasi kontinuierliches Arbeiten, somit wird dem Auftreten von periodischen Kräften an retinalen Strukturen vorgebeugt. Diese Beobachtungen lassen sich auch durch unsere Messungen eindrucksvoll belegen. Der Einsatz in anderen Kliniken als Alternative zur mechanischen Vitrektomie soll in den folgenden Monaten erfolgen.

Universitäts-Augenklinik der TU Dresden, Fetscherstraße 74, D-01307 Dresden


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