97. Jahrestagung der DOG 1999

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THERAPIEVERSAGEN DER TRANSPUPILLÄREN THERMOTHERAPIE BEI ADERHAUTMELANOM

S. Pfennigsdorf*, V. Krenn**


Hintergrund: Mit der transpupillären Thermotherapie (TTT) steht ein neues, komplikationsarm und einfach anzuwendendes Verfahren in der Therapie vor allem flacher, zentral gelegener Aderhautmelanome zur Verfügung. Bislang wurden nur wenige, auf diese Weise behandelte Fälle, histologisch aufgearbeitet. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand eines Falles klinische mit histopathologischen Befunden zu korrelieren.

Kasuistik: Bei der 71-jährigen Patientin wurden - wegen eines para-papillären Aderhautmelanoms mit der Basis 7,5 x 7,0 mm und 2,4 mm Prominenz (sonographisch) - 7 Sitzungen einer TTT mit dem Diodenlaser (810 nm) durchgeführt. Pro Sitzung erfolgte die Applikation von 7-9 Herden mit 2-3mm Durchmesser und 350-400 mW bei einer Expositionszeit von jeweils 1 min. Als Effekt war jeweils eine leichte Graufärbung zu erkennen. Der Visus blieb konstant bei 0,32. 6 Wochen nach Therapiebeginn zeigte sich noch kein Rückgang der Prominenz. Weitere 4 Wochen später konnte eine deutliches Wachstum des Tumors (Basis: 9,4 x 8,0mm, Prominenz: 4,2mm (sonographisch)), sowie sonographisch der Verdacht auf eine Infiltration der Sklera festgestellt werden. Das Auge wurde auf Wunsch der Patientin enukleiert.

Histologie: Makroskopisch sowie mikroskopisch fand sich kein extraokulares Wachstum. Der Tumor wies ein gemischtes Bild auf. Die netzhautnahen Tumoranteile boten das Bild einer Tumornekrose mit Tumorzellnekrosen, pigmentbeladenen Makrophagen und fibrotischen Umbauvorgängen. Die skleranahen Tumoranteile bestanden aus einem gemischtzelligen mäßig pigmentierten Melanom mit hohem Epitheloidzellanteil. Der Tumor infiltrierte die inneren Skleralamellen, sowie einzelne Emissariengefäße.

Zusammenfassung: Bei einer TTT zur Behandlung maligner Aderhautmelanome sollten engmaschige Kontrollen erfolgen. Im Falle eines Tumorwachstums oder einer fehlenden Regression ist dann eine weiterge-hende Therapie (Brachytherapie, Protonenbestrahlung oder Enukleation) einzuleiten. Problem der TTT kann sein, daß möglicherweise noch längere Bestrahlungszeiten als die von den meisten Autoren empfohlene 1 Minute notwendig sind um eine tiefgreifende, alle Tumorlagen erfassende Nekrose herbeizuführen.

*Augenklinik und **Pathologisches Institut der Julius-Maximilians-Universität Würzburg


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