97. Jahrestagung der DOG 1999

P 533

UVEITIS: EPIDEMIOLOGIE UND ZUWEISUNGSMUSTER AN EINER UNIVERSITÄTS-AUGENKLINIK

N. Torun, S. Priem*, A. Liekfeld, H. Baatz, C. Jaeckel


Ziel: Da bisher in Deutschland keine epidemiologischen Erfahrungen vorliegen, untersucht die folgende Studie die Häufigkeit der unterschiedlichen Uveitismanifestationen und die damit assoziierten Erkrankungen.

Methode: Wir analysierten die Krankengeschichten von 254 Uveitis-Patienten, die zwischen 6/96 und 12/98 an die Polikliniken für Ophthalmologie und Innere Medizin III der Universitätsklinik Charité zugewiesen wurden. Die Klassifikation der Uveitis erfolgte nach den Richtlinien der „Internationalen Uveitis Study Group". Alle Patienten wurden nach einem standardisierten Diagnoseprotokoll untersucht, gegebenenfalls erfolgten weitere diagnostische Maßnahmen. Wir erfaßten folgende Daten: Geschlecht, Alter bei Vorstellung und Erstmanifestation, klinische Charakteristika und systemische Erkrankungen. Bei 60 Patienten führten wir eine Kammerwasser-Analyse durch. HIV-positive Patienten wurden von der Untersuchung ausgeschlossen.

Ergebnisse: Das Verhältnis männlich zu weiblich betrug 1:1,25 mit einem Durchschnittsalter bei Erstmanifestation von 34,9 Jahren. Bei 49,2% der Patienten konnte eine Ätiologie gefunden werden. Am häufigsten stellten wir eine posteriore Uveitis (42%) fest, gefolgt von einer anterioren Uveitis (32%), intermediäre Uveitis (18%) und Panuveitis (8%). Ursachen von infektiösen Uveitiden waren Toxoplasmose (12%), Herpes Simplex Virus (4,8%), Borreliose (2,4%), Varicella Zoster Virus (2,4%), Candida (1%) und Zytomegalie Virus (0,5%). Die Kammerwasser-Analyse war besonders hilfreich bei der Diagnosefindung. 195 nichtinfektiöse Entitäten schlossen folgende Krankheitsbilder ein: HLA-B27 assozierte ankylosierende Spondylitis (6,9%), juvenile rheumatoide Arthritis (2,8%), Sarkoidose (3,3%), und Morbus Behçet (1,0%).

Schlußfolgerung: Infektiöse Geschehen bleiben weiterhin eine wesentliche Ursache für intraokuläre Entzündungen und stellen für eine unkontrollierte Kortikosteroidtherapie ein besonderes Problem dar. Der vergleichsweise hohe Anteil posteriorer Uveitiden kann einerseits eine Verschiebung zu mehr bedrohlichen Erkrankungen bedeuten, andererseits aber auch durch den Zuweisungscharakter unserer Klinik bedingt sein.

Augenklinik und Innere Medizin III*, Charité Campus Virchow-Klinikum, Humboldt Universität zu Berlin.


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