97. Jahrestagung der DOG 1999

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FUNKTIONELLE ERGEBNISSE NACH TRIPLE-PROZEDUR BEI FUCHSSCHER HORNHAUTDYSTROPHIE - VERGLEICH ZWISCHEN MECHANISCHER UND NICHTMECHANISCHER TREPANATION

A. Walter, B. Seitz, A. Langenbucher, M. M. Kus, G. O. H. Naumann



Ziel: Wir untersuchten den Einfluß der Trepanationsmethode auf die Vorhersagbarkeit der Kunstlinsenberechnung und die funktionellen Ergebnisse nach Triple-Prozedur in einer homogenen Patientengruppe.

Patienten und Methoden: Insgesamt 59 Augen mit Fuchsscher Hornhautendotheldystrophie erhielten im Rahmen einer prospektiven, randomisierten, klinischen Studie eine Triple-Prozedur mit einem Spender-/Empfängerdurchmesser von 7,6/7,5 mm (Trepanation von epithelial) und einer doppelläufigen Kreuzstichnaht durch denselben Operateur (G.O.H.N.). Bei 26 Augen (Alter 69,8±6,7 Jahre) erfolgte die Trepanation nichtmechanisch mit dem 193 nm Excimerlaser (EXCIMER), bei 33 Augen (Alter 74,7±6,6 Jahre) konventionell mittels Motortrepan (KONTROLLE). Für die Kunst-linsenkalkulation wurde das Haigis-Programm verwendet.

Ergebnisse: Die mittlere theoretische Zielrefraktion der verwendeten Kunstlinsen (+10,0 bis +35,0 Dioptrien (D), im Mittel 23,5±4,9 D) unterschied sich nicht zwischen EXCIMER (-2,3±1,2 D) und KONTROLLE (-2,5±1,3 D). Die mittlere zentrale Hornhautbrechkraft veränderte sich bei EXCIMER unwesentlich von 42,9±2,1 auf 42,4±2,6 D, flachte jedoch bei KONTROLLE um 1,5 D von 43,7±1,4 auf 42,2±3,9 D ab. Nach Fadenentfernung lagen 83%/55% der Patienten innerhalb 2 D von der ursprünglichen Zielrefraktion entfernt. Bei EXCIMER/ KONTROLLE betrug die Sehschärfe präoperativ 0,15/0,15 mit einem sphärischen Äquivalent (SÄQ) von-1,3±3,1/-1,4±3,4 D und einem keratometrischen Astigmatismus (KA) von -1,0±0,8/-0,8±0,7 D. Nach Entfernung beider Fäden (21,6±4,3 Monate) betrug die Sehschärfe 0,48/0,40 mit einem SÄQ von -1,8±2,9/-0,9±3,4 D und einem KA von -4,2±3,4/ -5,9±2,9 D. Insgesamt 67%/50% der Augen hatten nach einer mittleren Beobachtungsdauer von 30,6±13,2/32,0±12,6 Monaten einen Visus von 0,5 und besser.

Schlußfolgerung: Bezüglich Vorhersagbarkeit der Kunstlinsenberechnung und funktioneller Ergebnisse ist die nichtmechanische Trepanation der konventionellen Methode überlegen. Möglicherweise trägt die exakte Adaptation kongruenter von epithelial trepanierter Schnittkanten ohne wesentliche Überdimensionierung des Spenders zur Erhaltung der präoperativen zentralen Krümmung bei und verbessert so die Treffsicherheit der Kunstlinsenberechnung nach Triple-Prozedur.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D - 91054 Erlangen


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