97. Jahrestagung der DOG 1999

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PENETRIERENDE VERLETZUNGEN MIT INTRAOKULAREM FREMD-KÖRPER BEI ARBEITEN MIT DEM WINKELSCHLEIFER

S. Scommotau, A. Lambert, K. Pittasch

Die funktionellen Ergebnisse nach penetrierenden Verletzungen sind sehr variabel und hängen vorrangig von der Schwere der Verletzung ab. In mehr als 80 % der Fälle sind Männer betroffen, wobei die meisten Unfälle zu Hause geschehen.

Patienten: Der Universitätsaugenklinik Leipzig wurden innerhalb einer Woche zwei Patienten mit einer penetrierenden Bulbusverletzung nach Umgang mit einem Winkelschleifer zugewiesen. Der Aufnahmevisus betrug 1,0 bzw. 0,8. 3 mm vom Limbus entfernt zeigte sich ein metallischer Fremdkörper bei 3.00 Uhr, der sich in den Glaskörperraum fortsetzte. Bei dem zweiten Patienten spießte ein metallischer Draht 8 mm aus der Lidspalte. Es bestand ein Vorderkammerreizzustand mit Sanguis und Fibrinbildung. Die präoperativen und postoperativen Befunde wurden fotografisch und sonografisch dokumentiert.

Ergebnisse: Innerhalb von 6 Stunden erfolgte bei beiden Patienten die Wundversorgung mit Fremdkörperentfernung, und die intravenöse Antibiotikatherapie wurde eingeleitet. Mit Exomagnet und Pinzette wurde ein 14 mm und zum anderen ein 25 mm langer Draht (Æ 0,5 mm) entfernt. Bei dem Patienten mit dem 14 mm langen Fremdkörper stellte sich bei der Untersuchung mit dem 3-Spiegel-Kontaktglas postoperativ eine kleine Netzhautnarbe bei 4.00 Uhr peripher dar. Der Patient mit dem 25 mm langen Draht wies streifige präretinale Blutungen oberhalb der Papille und eine geringradige Glaskörpereinblutung auf. Es bestand kein Anhalt für eine Endophthalmitis, und bei Entlassung der Patienten wurde jeweils wieder der Aufnahmevisus erreicht.

Schlußfolgerungen: Bei Nichtbeteiligung der zentralen Hornhaut und Netzhaut können bei unverzüglicher Wundversorgung auch bei großen intraokularen Fremdkörpern hervorragende funktionelle Ergebnisse erzielt werden. Trotzdem sollte gerade bei häuslichen Arbeiten, zum Beispiel mit dem Winkelschleifer, die Notwendigkeit von Arbeitsschutzmaßnahmen erkannt werden und eine Schutzbrille getragen werden.

Klinik für Augenheilkunde der Universität Leipzig, Liebigstr. 10-14, D - 04103 Leipzig


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