97. Jahrestagung der DOG 1999

P 498

POSTERIORE FIBRÖSE PSEUDOMETAPLASIE DES LINSENEPITHELS IN SILIKONÖL HALTIGEN PHAKEN AUGEN.

M. J. Jakobczyk-Zmija, C. W. Spraul, O. Gareis, P. Wagner, G. K. Lang



Hintergrund: Die Verwendung von Silikonöl als Glaskörperersatz bei der Behandlung von komplizierten Netzhautablösungen führt häufig zur Entwicklung einer Katarakt. Ziel dieser Studie war die histologische Untersuchung der hinteren Linsenkapsel bei Patienten, welche nach Silikonölinstillation bei komplizierter Netzhautablösung eine Cataracta subcapsularis posterior entwickelt haben.

Methoden: Nach einer routinemäßigen Phakoemulsifikation wurde das Silikonöl nach Durchführung einer hinteren Kapsulorrhexis entfernt. Die entfernte hintere Linsenkapsel wurde halbiert. Eine Hälfte wurde für die Lichtmikroskopie aufgearbeitet und mit PAS und H & E gefärbt; weiterhin wurden zur Darstellung der Kollagentypen I-VI immunhistologische Färbungen durchgeführt. Die andere Hälfte der hinteren Linsenkapsel wurde in 2,5 % Glutaraldehyd fixiert und nach zwei Stunden in 0,1 M Cocodylatpuffer und 1 % Osmiumtetroxid nachfixiert. Die Schnitte wurden mit Uranylazetat und Bleizitrat gefärbt.

Ergebnisse: Sechs hintere Linsenkapseln wurden analysiert. Das Durchschnittsalter dieser Patienten betrug 37,5 Jahre (25 - 47 Jahre). Hierbei war das Silikonöl im Durchschnitt 15,3 Monate (11 - 24 Monate) im Auge gewesen. Die histologische Untersuchung zeigte spindelförmige Zellen umgeben von Basalmembranmaterial - charakteristisch für epitheliale Zellen - assoziiert mit einer fibrillären Substanz und Kollagenfasern. Die ultrastrukturelle Untersuchung zeigte, daß diese Zellen intrazytoplasmatische Aggregate assoziiert mit fusiformen Verdichtungen mit einem Durchmesser von 40 - 60 Å unterhalb der Zytoplasmamembran aufwiesen, was für eine myofibroblastische Differenzierung charakteristisch ist.

Schlußfolgerungen: Die histologischen Befunde in dieser Studie sind vergleichbar mit Befunden wie sie bei der anterioren subkapsulären Katarakt beschrieben sind und wurden deshalb in Analogie hierzu als posteriore fibröse Pseudometaplasie bezeichnet. Eine Schädigung von Linsenepithelzellen kann zu einer myofibroblastischen Differenzierung führen sowie eine posteriore Migration induzieren.

Diese Studie wurde unterstützt durch die Gertrud Kusen Stiftung, Bendestorf.

Universitäts-Augenklinik , Prittwitzstrasse: 43, D - 89075 Ulm


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