97. Jahrestagung der DOG 1999

P 495

ADERHAUTAMOTIO ALS LEITSYMPTOM BEI CAROTIS-SINUS-CAVERNOSUS-FISTEL

A. Lambert1, S. Scommotau1, F. Deckert2, K. Pittasch1


Einleitung: Als charakteristische klinische Merkmale bei Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel werden Protrusio bulbi, Pulsationen und Gefäßgeräusche sowie eine Stauung der episkleralen Gefäße angegeben. Wir berichten über einen Fall mit massiver Aderhautamotio als Leitsymptom des Krankheitsbildes.

Kasuistik: Eine 84-jährige Patientin stellte sich im Dezember 1998 mit Schmerzen und Rötung des linken Auge in unserer Augenklinik vor. Der Visus links betrug bei der Erstvorstellung bei bestehender Aphakie 0.4. Der Patientin war ein Sturz auf die linke Schläfe erinnerlich. Der Augeninnendruck lag durchgehend im Normbereich. Eine Protrusio bulbi, Pulsation oder Gefäßgeräusche traten nicht auf. Außer einer mäßigen Stauung der episkleralen Gefäße fiel vor allem eine zirkuläre hochbullöse Aderhautamotio auf, darüber hinaus eine Stauung der retinalen Venen mit intraretinalen Blutungen. Bei Progredienz der Aderhautamotio wurde am 26.01.99 eine digitale Subtraktionsangiographie durchgeführt. Diese bestätigte den Verdacht auf eine Low-flow Sinus-cavernosus Fistel, die aus drei Ästen der A. carotis externa gespeist wurde. Die geplante Embolisierung wurde von der Patientin abgelehnt. Aufgrund der Zunahme der massiven Aderhautamotio fiel der Visus links auf Lichtscheinwahrnehmung ab.

Schlußfolgerung: Eine Aderhautamotio, die bei unserer Patientin das Leitsymptom der Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel darstellte und die Hauptursache für den Visusverlust war, ist in der Literatur nur vereinzelt beschrieben worden. Bei unklarer Amotio chorioideae sollte eine arteriovenöse Fistel in die Differentialdiagnose mit einbezogen werden.

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde1, Klinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie2, Leipzig


Zurück