97. Jahrestagung der DOG 1999

P 488

PARAMETERGESTEUERTES 3D-AUGENMODELL FÜR DEMONSTRA-TIONTSZWECKE IN DER OPHTHALMOCHIRURGIE.

W. Wetzel1, P. Urban2, P. Lauer2

In der Ophthalmochirugie konnte für Videodemonstrationen und Vorträge entweder auf vorgefertigte 3D-Augenmodelle mit Standardproportionen zurückgegriffen werden oder es mußte eine zeitaufwendige und damit teure Neukonstruktion nach individuellen Maßen vorgenommen werden. Es wurde daher eine neue Software entwickelt, mit der der Computer nach Eingabe von Biometriedaten automatisch ein 3D-Augenmodell konstruiert.

Material und Methoden: Die neue Software („Parametrisches 3D-Augenmodell") wurde als Erweiterungsmodul (Plug-in) des Standard-Programms „3D Studio MAX" (Fa. Kinetics) konzipiert. Als Parameter werden der Hornhautdurchmesser, die zentrale Hornhautdicke, die Vorderkammertiefe, die zentrale Linsendicke und die Bulbuslänge des zu demonstrierenden Original-Auges eingegeben. Das daraus vom Programm konstruierte 3D-Modell kann beliebig rotiert und in verschiedenen frei wählbaren Aufschnitten dargestellt werden.

Ergebnisse: Die erforderlichen Parameter können sehr einfach mit Standardinstrumentarium (Zirkel, Ultraschall-Biometrie- und Pachymetrie-Einheit) ermittelt werden. Das mit Hilfe der neuen Software konstruierte 3D-Modell gleicht dann in seinen Proportionen dem ausgemessenen Original-Auge, einschließlich anatomischer Details wie etwa der Kammerwinkelsituation. Das Modell kann manuell weiter angepaßt und auch animiert werden.

Schlußfolgerung: Das vorgestellte „parametrische 3D-Augenmodell" steigert den Realismus von 3D-Darstellungen erheblich bei deutlicher Reduzierung des dafür notwendigen zeitlichen und finanziellen Aufwandes.

1Augen-Operationszentrum Weinheim, Bismarckstr. 4, D-69469 Weinheim
2X-Vision, Heidelberger Str. 19, D-69198 Schriesheim


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FARBDOPPLERSONOGRAPHIE DES ADERHAUTMELANOMS MIT SIGNALVERSTÄRKER UND KORRELATION MIT DER HISTOLOGIE

M. N. Richter1, N. E. Bechrakis1, A.-J. Lemke2 und N. Hosten2

Veränderungen der Vaskularisation gelten beim Aderhautmelanom als Ma-lignitätskriterium und prognostisches Zeichen. Ziel der Studie war, zu prüfen, ob bei der dopplersonographischen Untersuchung des Aderhautmelanoms durch die Verwendung des auf Mikrobläschen basierten Signalverstärkers Levovist_ die Tumorvaskularisierung besser dargestellt werden kann, und ob sich die pathologischen Gefässe aufgrund quantitativer Parameter von normalen orbitalen Gefässen unterscheiden lassen. Weiterhin wurde untersucht, inwiefern eine Korrelation zwischen den Dopplersignalen und den histopathologischen Gefässmustern besteht.

Methode: In einer prospektiven Studie wurde bei 40 Patienten mit Aderhautmelanom eine farbkodierte Dopplersonographie vor und nach intravenöser Anwendung des Signalverstärkers durchgeführt. Die gewonnenen Dopplersignale innerhalb des Tumor und der Orbita wurden quantitativ und qualitativ beurteilt sowie nativ und signalverstärkt verglichen. In 6 Fällen wurden die dopplersonographischen Gefäßmuster mit der Histologie verglichen (5 enukleierte Augen und 1 Tumorexzision).

Ergebnisse: Der Nachweis von Tumorgefässen war nativ bei 36 von 40 Patienten möglich, nach Gabe von Levovist in 38 von 40 Patienten. Insgesamt stieg die Anzahl der entdeckten Tumorgefäße von 61 auf 98. Das Spektrum der nachgewiesenen Dopplersignale veränderte sich nach Signalverstärkergabe nicht. Die Dopplersignale von normalen und pathologischen Gefässen unterschieden sich weder qualitativ noch quantitativ. In allen Fällen zeigte sich eine Übereinstimmung der Tumorvaskularisation in der Dopplersonographie und der Histologie. Eine Aussage über die Mikrovaskularisation des Aderhautmelanoms mittels der farbkodierten Dopplersonographie war jedoch nicht möglich.

Schlußfolgerung: Die Applikation eines Doppler-Signalverstärkers verbesserte den Nachweis von Gefässen im Aderhautmelanom und der Orbita. Eine Differenzierung von normalen und malignen Gefässen anhand der Dopplerprofile gelang jedoch nicht. Die Darstellung von Tumorvaskularisationsmustern kann durch diese Methode unterstützt werden.

1 Univ.-Augenklinik, Klinikum Benjamin-Franklin, 12200 Berlin
2 Univ.-Strahlenklinik, Virchow-Klinikum, Charité, 13353 Berlin


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