97. Jahrestagung der DOG 1999

K 476

EINFÜHRUNG EINES ELEKTRONISCHEN PATIENTENMANAGEMENT-SYSTEMS IN EINE UNIVERSITÄTSAUGENKLINIK -ERSTE ERFAHRUNGEN

T. Kube1, S. Herr2, C. Dahlke1, I. Weinberg3, B. Kirchhof1, K. Spitzer2

Die papiergebundene medizinische Dokumentation ist in vielen Praxen durch spezielle elektronische Praxisprogramme ersetzt worden. Für Kliniken waren diese bisher wegen mangelnder Netzwerkfähigkeit ungeeignet, es wurden nur Büroprogramme zur Abrechnung oder Arztbriefschreibung eingesetzt. Auch für Kliniken ist es vorteilhaft mit einem elektronischen Patientenmanagementsystem alle relevanten Informationen an jedem Arbeitsplatz sofort einsehen und verändern zu können. Patientendaten und Vorbefunde sind immer zugänglich, die Abhängigkeit von einer gut funktionierenden Archivierung entfällt. Der Termin- und OP-Planer berücksichtigt die Raum- und Personalplanung, die Bettenkapazität und die OP-Möglichkeiten, der hohe Verwaltungsaufwand wird reduziert. Eine von Mitarbeitern angewandte einheitliche Befundung und Dokumentation nach Leitlinien und Studienprotokollen führt u.a. zu einer verbesserten Ausbildung. Elektronische Datenbanken (Medline, Rote Liste u.a.) können parallel zu den Befunden abgefragt, Angiographien oder Ultraschalluntersuchungen entscheidungsnah übermittelt werden. Dies trägt genauso zur Verbesserung der Patientenversorgung bei wie die durch effizientere, schnellere und einfacher Arztbriefschreibung verbesserte Kommunikation mit dem zuweisenden Kollegen.

Umsetzung: Im Rahmen der Einführung eines Klinikumsnetzwerkes wurden für die Augenklinik die ärztlichen Anforderungen und die gesetzlichen, technischen, hausinternen und strukturellen Bedingungen ermittelt sowie eine Marktsichtung vorgenommen. Es wurde ein netzwerkfähiges kommerzielles Dokumentations- und Abrechnungssystem (ifa) sowie die zugehörige Hardware und Software für ein 45 Plätzesystem (Windows NT 4.0) als Teil des klinikumsinternen Netzwerkes angeschafft, installiert und in Zusammenarbeit mit dem Hersteller weiterentwickelt. Als wichtigste Verbindung zwischen System und Anwender mußte die Eingabemaske nach modernen softwareergonomischen Gesichtspunkten neu entwickelt werden.

1Augenklinik, 2Institut f. Medizinische Informatik, Universitätsklinikum der RWTH, D-52074 Aachen 3Institut für Päd. Psychologie, Universität Erfurt, Postfach 307, D-99006 Erfurt


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