97. Jahrestagung der DOG 1999

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DIE GRÖSSE DER CHOROIDALEN NEOVASKULARISATION ALS ENTSCHEIDENDER PARAMETER FÜR EINE RADIOTHERAPIE BEI ALTERSABHÄNGIGER MAKULADEGENERATION

A. Pacurar1, A. Röser2, R. B. Schilcher2, E. Gerke1

Zahlreiche Studien über die Radiotherapie subfoveolärer choroidaler Neovaskulari-sationen (CNV) bei altersabhängiger Maculopathie erbrachten unterschiedliche Ergebnisse. Die Analyse der Befunde unserer Pilotstudie deutet jedoch darauf hin, daß das Ergebnis der Radiotherapie von der Größe der CNV abhängt.

Patienten und Methode: Therapiert wurden Patienten mit altersabhängiger Maculadegeneration im Frühstadium und einem Ausgangsvisus von mindestens 0,2. Das Partnerauge war aufgrund einer subretinalen Fibrose auf Metervisus oder weniger reduziert. 25 Patienten erfüllten diese Einschlußkriterien. Die Radiotherapie erfolgte mit 8x2 Gy an einem Linearbeschleuniger mit 18 MV über ein seitliches um 40° zur Patientenlängsachse gekipptes Stehfeld von 3,5x2,2 cm. Die Kontrolluntersuchungen erfolgten nach 12, 26 und 52 Wochen.

Ergebnisse: Die Visusentwicklung aller bestrahlten Augen nach einem Jahr zeigt erhebliche Schwankungen ( 10 Augen besser, 6 Augen stabil, 9 Augen schlechter ). Unter dem Gesichtspunkt der CNV-Größe zeigt sich ein deutlicher Trend: Von den 10 Augen mit einer Visusbesserung nach Radiatio war bei 8 die CNV-Größe kleiner als 1/4 Papillendurchmesser (PD) und unter den Augen mit einer Sehverschlechterung befand sich keine CNV, die kleiner als 1/4 PD war.

Schlußfolgerung: Bei einer kurzen Dauer der Anamnese, einem guten Ausgangsvisus und vor allem einer CNV-Größe von < 1/4 PD scheint uns die Radiotherapie weiterhin eine intressante Therapiealternative der AMD darzustellen.

1Augenklinik und 2Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie, Klinikum Wuppertal GmbH, Klinikum der Universität Witten-Herdecke, Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf


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