97. Jahrestagung der DOG 1999

P 456

REAMOTIORATE NACH SILIKONÖLABLASSUNG

M. Mathieu, M. Pünder, L. L.Hansen, P. Janknecht


Einleitung: Über die Reamotiorate nach Ablassung einer Silikonöltamponade gibt es in der Literatur unterschiedliche Angaben. Wir untersuchten, ob sich diese Rate bei den verschiedenen Ursachen, die zur Amotio führten, unterscheidet.

Patienten und Methode: Retrospektiv werteten wir die Krankengeschichten von 61 konsekutiven Patienten aus, bei denen zwischen 1/95 und 2/96 Silikonöl abgelassen wurde. Die geforderte Nachbeobachtungszeit betrug mindestens sechs Monate. Folgende Gruppen wurden unterschieden:
1. Rhegmatogene Amotio ohne vorangegangene Kataraktoperation,
2. Diabetische Retinopathie,
3. Pseudophakie ohne Kapseldefekt,
4. Pseudophakie mit Kapseldefekt,
5. Contusio bulbi,
6. Penetrierende Verletzung,
7. Riesenrißamotio.
Die Reamotiorate der einzelnen Gruppen wurde bestimmt und verglichen.

Ergebnisse: Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 28,7 Monate (6-49). Bei 7 Patienten konnten keine Nachuntersuchungsergebnisse erhoben werden, 2 Patienten verstarben, sodaß die Krankengeschichten von 52 Patienten in die Studie einbezogen werden konnten. Insgesamt blieb bei 30 Patienten die Netzhaut anliegend und löste sich bei 22 ab. In den einzelnen Gruppen fanden wir folgendes (Netzhaut anliegend/Netzhaut nicht anliegend): Rhegmatogene Amotio: 9/7; Diabetische Retinopathie: 5/5; Pseudophakie ohne Kapseldefekt: 5/3; Pseudophakie mit Kapseldefekt: 4/3; Contusio bulbi: 3/1; Penetrierende Verletzung: 1/2; Riesenrißamotio: 1/1.

Schlußfolgerung: Die Reamotiorate war in allen Untergruppen ähnlich. Das Risiko, nach einer Ölablassung eine Reamotio zu erleiden, ist demnach ungeachtet der ursprünglichen Ursache, die zur Netzhautablösung geführt hat, gleich hoch, nämlich etwa 42% in unserem Kollektiv.

Universitäts-Augenklinik, Killianstr.5, D-79106 Freiburg


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