97. Jahrestagung der DOG 1999

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LANGZEITERGEBNISSE NACH EINDELLENDER AMOTIOCHIRURGIE IN ABHÄNGIGKEIT VOM GRAD DER MYOPIE

P. Externbrink, B. Wiechens


Hintergrund: Mit Hilfe dieser Studie sollte untersucht werden, welche Ergebnisse im Langzeitverlauf nach eindellender Amotiochirurgie bei Myopien unterschiedlichen Grades vorliegen und ob diese sich hinsichtlich der Erfolgs- und Rezidivrate von einer emmetropen Kontrollgruppe unterscheiden.

Patienten und Methode: Aus dem Patientengut der Univ.-Augenklinik Kiel der Jahre 1990 bis 1991 wurden alle myopen Patienten herausgesucht, bei denen eine eindellende Amotiochirurgie durchgeführt wurde. Ausschlußkriterien waren ein Alter unter 18 Jahren, vorausgegangene Netzhauterkrankungen und -operationen sowie Allgemeinerkrankungen. Die verbliebenen 41 Patienten wurden nachuntersucht. Die 42 Augen dieser Studiengruppe (SG) wurden in Untergruppen verschiedener Myopiegrade eingeteilt: niedrig: -1,0 bis -2,75 dpt., mittelgradig: -3,0 bis -5,75 dpt. und hoch: ab -6,0 dpt.. Zu Vergleichszwecken wurde eine emmetrope Kontrollgruppe (KG), ebenfalls aus 42 Augen bestehend, untersucht. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit für alle 82 Patienten betrug 78,2 Monate (Bereich: 56 -106 Monate).

Ergebnisse: Die initiale Wiederanlegungsrate betrug 88,1% in der SG und 92,9 % in der KG. Nach einer Reoperation lag die Netzhaut in allen Augen beider Gruppen an. Im Langzeitverlauf kam es zu einer Reamotio in je 3 Fällen (7%) beider Gruppen. Während in der KG nur eine Reoperation nötig war, um die Netzhaut dauerhaft anzulegen, mußten in der SG 13 Reoperationen durchgeführt werden. 8 von diesen betrafen 3 Patienten mit hoher Myopie. Bei 2 Augen der hochmyopen Gruppe lag die Netzhaut am Ende der NBZ nicht an. 54,8 % der SG zeigten am Ende der NBZ eine Visusbesserung, 23,8 % hatten einen gleichen Visus und 21,4 % einen schlechteren Visus als präoperativ. Dabei zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Myopieuntergruppen. In der KG waren die entsprechenden Werte 73,8 %, 21,4 % und 4,8 %.

Schlußfolgerung: Im Langzeitverlauf haben hochmyope Augen ein höheres Reamotiorisiko als niedrig- oder mittelgradigmyope und emmetrope Augen. Die postoperativen Visusergebnisse in der Myopiegruppe zeigen keine Korrelation zur Höhe der Myopie.

Sektion für Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes und vitreoretinale Chirurgie, Klinik für Ophthalmologie, Christian-Albrechts-Universität, Hegewischstr. 2, D-24105 Kiel


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