97. Jahrestagung der DOG 1999

P 449

PARS-PLANA-VITREKTOMIE NACH OFFENEM BULBUSTRAUMA BEI KINDERN

P. Meier, K. Meyer, P. Wiedemann

Offene Bulbusverletzungen mit pathologischen Veränderungen des hinteren Augenabschnittes erfordern die Durchführung eines vitreoretinalen Folgeeingriffes. Die Arbeit untersucht die Ergebnisse nach Pars plana Vitrektomie wegen traumaassoziierter intraokularer Komplikationen bei Kindern.

Patienten: Wir untersuchten 21 Augen von 20 konsekutiven Patienten im Alter von 5 bis 18 Jahren, bei denen infolge einer offenen Bulbusverletzung eine Pars plana Vitrektomie erforderlich war. Bei 16 Augen erfolgte der vitreoretinale Eingriff 2 bis 28 Tage nach primärer Wundversorgung zur internen Rekonstruktion okulärer Strukturen. Bei 5 Augen wurde die Vitrektomie zur Behandlung traumaassoziierter Spätkomplikationen 2 Monate bis 2 Jahre nach primärer Wundversorgung durchgeführt.

Ergebnisse: 15 Augen erhielten eine Silikonöltamponade. Bei insgesamt 14 Augen wurde im postoperativen Nachbeobachtungszeitraum von 3 Monaten bis 4 Jahren anatomische Netzhautanlage erreicht. Zu den postoperativ beobachteten Komplikationen gehören die Ausbildung einer traumaassoziierten PVR (9), Makular pucker (1), Sekundärglaukom (2), Keratopathie (2), Hypotoniesyndrom (1); bei 9 Augen waren z.T. mehrere Revisionsoperationen erforderlich. Bei über 60% der Patienten wurde postoperativ ein Visusanstieg beobachtet, bei 8 Augen konnte durch die Operation keine Funktionsverbesserung erreicht werden. Bei 18 Patienten erfolgte eine Operation der Linse, nur einmal wurde eine HKL implantiert.

Schlußfolgerung: Die Ergebnisse nach Vitrektomie wegen offener Bulbusver-letzungen bei Kindern werden insbesondere von der Schwere der primären Schädigung bestimmt. Die Entwicklung sekundärer Komplikationen ist möglich und erfordert eine sorgfältige Nachsorge.

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universität Leipzig, Liebigstr. 10-14, D-04103 Leipzig


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