97. Jahrestagung der DOG 1999

P 446

PERFLUORDEKALIN BENETZT CHIRURGISCHE INSTRUMENTE

M. Winter1, C. Winter2, B. Wiechens1

Nach intraoperativem Einsatz von perfluorierten Flüssigkeiten (PFCL) kommt es gelegentlich zu sub-, intra- oder epiretinalen PFCL-Tropfen. Diese gelangen möglicherweise durch mit PFCL benetzte chirurgische Instrumente zur Netzhaut. Ziel dieser Untersuchung war es, die Benetzung der Instrumente mit PFCL zu quantifizieren. Zusätzlich sollten Methoden der Instrumentenreinigung untersucht werden.

Material und Methode: Verschiedene chirurgische Instrumente (Lichtsonde, Vitrektom, Häkchen und Pinzetten) wurden 30 Sekunden in Perfluordekalin (PFD) getaucht. Anschließend wurden die Instrumente in ein Lösungsmittel für PFCL (Perfluormethylcyclohexan) überführt. Hierin wurde PFD gaschromatographisch quantifiziert. In weiteren Versuchen wurden die Instrumente nach dem Eintauchen in PFD mit physiologischer NaCl-Lösung gespült oder mit einem feuchten Tupfer gesäubert und die verbleibende Benetzung mit PFD im Lösungsmittel bestimmt.

Ergebnisse: An allen Instrumenten konnte eine Benetzung mit bis zu 5µl PFD nachgewiesen werden. Durch eine Spülung mit NaCl-Lösung oder Reinigung mit einem feuchten Tuch konnte die Benetzung mit PFD bis unter die Nachweisgrenze reduziert werden.

Schlußfolgerungen: Spülung mit NaCl-Lösung oder Säuberung mit einem feuchten Tupfer sind effektive Methoden zur Entfernung des PFD von den untersuchten chirurgischen Instrumenten. Diese Methoden können jedoch das Auftreten von retinalen PFD-Tropfen nicht völlig verhindern, da die intraokulare Benetzung der Instrumente mit PFD bei der Entfernung der Instrumente aus dem Auge zu PFD-Ansammlungen im Bereich der Sklerotomien führen können. Von dort ist ein Zusammenfluß und eine Bildung von epiretinalen PFD-Tropfen möglich. Sub- oder intraretinale PFD-Tropfen entstehen möglicherweise auch durch Manipulation der mit PFD benetzten Instrumente an der Netzhaut.

1 Klinik für Ophthalmologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hegewischstr. 2, D-24105 Kiel
2 Pharmazeutisches Institut, Universität Kiel

Projekt in Zusammenarbeit mit der „Arbeitsgemeinschaft für Glaskörperersatz"


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