97. Jahrestagung der DOG 1999

P 444

FLUORESZENZANGIOGRAPHISCHE UND KLINISCHE BEFUNDE VON PATIENTEN MIT RETINALER VASKULITIS

H. Wenkel, D. Krist, U. Schönherr

Ziel der Untersuchung war die Charakterisierung der fluoreszenz-angiographischen Befunde von Patienten mit retinaler Vaskulitis.

Patient: Retrospektiv wurden die Fluoreszenzangiographien von Patienten mit der klinischen Diagnose einer retinalen Vaskulitis zwischen 1988 und 1998 nachuntersucht.

Ergebnisse: Von 203 Augen von 173 Patienten lagen klinische Angaben und Fluoreszenzangiographien vor. Es waren 71 Frauen und 127 Männer mit einem Durchschnittsalter von 34,5 Jahren (10 bis 87 Jahre). Die abschließende Diagnose war immunologisch (21), infektiös (20), Sarkoidose (10), Morbus BehVet (14), Morbus Eales (7), unbekannt (95) oder eine andere (6). Angiographiebefunde die gleichmäßig über die verschiedenen diagnostischen Gruppen verteilt waren sind zentrale (137/203) und periphere (127/203) retinale Vaskulitis, retinale Blutungen (62/203), zystoide Makulopathie (63/203), nicht-perfundierte Areale (52/203), Cotton-wool Herde (31/203), und parapapilläre Neovaskularisationen (15/203). Bei Patienten mit Morbus BehVet fand sich signifikant häufiger ein Papillenödem (p=0.0002), eine Retinitis (p=0.01) und eine choroidale Vaskulitis (p=0.001). Augen mit Morbus Eales zeigten die größte Anzahl von peripheren retinalen Neovaskularisationen (p <0.0001). Eine Choroiditis (p=0.001), ein Papillenödem (p=0.0064), eine retinale Arteriitis (p=0.006) und eine Retinitis (p=0.0001) fand sich häufiger in Augen mit einer infektiösen Ursache der Vaskulitis.

Schlußfolgerungen: Die Durchführung einer Fluoreszenzangiographie bei retinaler Vaskulitis ist nicht nur zur Aufdeckung einer retinalen Non-Perfusion notwendig, sondern kann auch wichtige diagnostische Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung geben.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen


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