97. Jahrestagung der DOG 1999

P 443

UNTERSUCHUNG DER NETZHAUTFUNKTION MIT HILFE DES MULTI-FOKALEN ELEKTRORETINOGRAMMS BEI PATIENTEN MIT RETINALEN VENENVERSCHLÜSSEN

A. W. A. Weinberger, L. Najjari, C. Dahlke, T. Kube, S. Wolf


Hintergrund: Das multifokale ERG (mf-ERG) erlaubt die differenzierte topographische Analyse von Reizantworten der zentralen Netzhaut. Bei Krankheitsbildern wie der AMD und bei Makulaforamen konnten umschriebene bzw. fokale Amlitudenreduktionen dargestellt werden. In dieser Studie haben wir die Veränderungen im mf-ERG bei retinalen Ast- (AVV) und Zentralvenenverschlüssen (ZVV) untersucht.

Methode: In dieser Studie wurden bei 12 Patienten mit ZVV und 10 Patienten mit AVV mf-ERG's abgeleitet und die Reizantworten mit dem gesunden Partnerauge (ZVV) bzw. der korrespondierenden Netzhauthälfte (AVV) verglichen. Als minimaler Visus wurde 0,1 vorausgesetzt. Als Stimulationsgenerator bzw. Analyseeinheit wurde das multifokale ERG der Firma Roland Consult (Wiesbaden) verwendet. Die Reizprojektion erfolgte mittels Monitor mit 61 Waben in einem Feld von 24°. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem Mann-Whitney Test und wurde bei einem p-Wert < 0,05 als signifikant gewertet.

Ergebnisse: Bei den Patienten mit ZVV konnte in allen Fällen eine signifikante Reduktion der Mittelwerte der Summenpotentiale der b-Amplituden im Vergleich zu den gesunden Augen gezeigt (p = 0.02) werden. Bei den AVV-Patienten waren die Mittelwerte der Summenpotentiale der b-Amplituden in den betroffenen Hemisphären ebenfalls signifikant erniedrigt (p = 0,042).

Schlußfolgerungen: Die Analyse von mf-ERG's bei Patienten mit retinalen Venenverschlüssen zeigt reduzierte Antwortamplituden in den erkrankten Netzhautbezirken. Die Ausprägung der Unterschiede variierte v. a. bei den AVV-Patienten und korrelierte nicht mit den Visuswerten. Dies ist wahrscheinlich Folge mangelnder Fixation bei fovealer Beteiligung.

Aachen
Leipzig


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