97. Jahrestagung der DOG 1999

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NORMALWERTERHEBUNG MIT DEM MULTIFOKALEN ERG BEI MONITOR- UND SLO-STIMULATION

B. A. E. Mazinani, A. W. A Weinberger, L. Najjari, C. Dahlke, T. Kube, S. Wolf


Einleitung: Ziel dieser Untersuchung war es, Referenzwerte für das multifokale ERG sowohl bei Monitor- als auch bei SLO-Stimulation zu erstellen. Außerdem sollten Altersabhängigkeit und Reproduzierbarkeit getestet sowie ein Vergleich zwischen Monitor und SLO angestellt werden.

Material und Methoden: Es wurden insgesamt 73 Probanden im Alter von 20 bis 73 Jahren (Mittel: 49 ± 20 Jahren) untersucht. Die Untersuchung wurde mit einem RETIscan-Gerät der Firma Roland Consult, Wiesbaden, durchgeführt. Bei 63 Probanden wurde ein ELSA 20"-VGA-Monitor zur Stimulation verwendet. Die Auflösung des Reizfeldes betrug 61 Felder. Bei 15 Probanden wurde ein SLO (Rodenstock Instr.) mit einer Musterauflösung von 37 Feldern verwendet. Referenzwerte wurden jeweils für die Latenzzeiten und flächenkorrigierten Amplituden der b Welle erstellt. Zur Untersuchung der Altersabhängigkeit wurden Korrelationskoeffizienten zwischen Alter und der Meßgröße Amplitude der b-Welle berechnet. Zur Untersuchung der Reproduzierbarkeit wurden Wiederholungsmessungen bei 10 Probanden durchgeführt und entsprechende Variationskoeffizienten berechnet. Außerdem wurde bei 10 Probanden untersucht, wie groß die Unterschiede zwischen den beiden Augen der Probanden sind. Auch hierzu wurden Variationskoeffizienten bestimmt.

Ergebnisse: Die Latenzzeit der b-Welle lag bei 35 ± 2 ms (Monitor) bzw. 35 ± 1 ms (SLO). Für diese Werte war kein signifikanter Unterschied zwischen Monitor und SLO feststellbar (p < 0.05). Die flächenkorrigierte Amplitude der b-Welle lag bei 37 ± 15 nV (Monitor) bzw. 159 ± 24 nV (SLO). Die Amplituden bei SLO-Stimulation sind signifikant größer als die bei Monitor-Stimulation (p < 0.05). Die Korrelationskoeffizienten zur Untersuchung der Altersabhängigkeit waren alle kleiner als 0.2 und nicht signifikant. Der Variationskoeffizient für Meßwertwiederholungen zeigte für alle untersuchten Meßgrößen Werte zwischen 0,3 und 0,6. Bei Vergleich zwischen den beiden Augen eines Probanden ergab sich ein Variationskoeffizient von 0,16.

Schlußfolgerungen: Da die interindividuelle Schwankungsbreite bei offensichtlich gesunden Probanden sehr groß ist, wird zur Aufdeckung einseitiger pathologischer Zustände ein intraindividueller Vergleich zwischen beiden Augen vorgeschlagen.

Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen


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