97. Jahrestagung der DOG 1999

K 437

CHARAKTERISIERUNG DES RETINALEN PIGMENTEPITHELS (RPE) AUS DER PERFUSIONSKULTUR AM BEISPIEL VON LASEREFFEKTEN

C. Framme, K. Kobuch, W. Herrmann, E. Eckert, W. W. Minuth, J. Roider



Hintergrund: Ein neues in-vitro Modell von RPE-Aderhaut-Präparaten wird angewendet, um die Effekte von Laserapplikationen auf das RPE zu untersuchen. Dabei wird die spezifische Zellstruktur und die Funktion des RPE in-vitro mittels eines neuen Kultivierungssystems unter permanenter Perfusion mit Medium erhalten.

Material und Methoden: RPE wurde mit darunterliegender Choroidea von enukleierten Schweineaugen präpariert und in einem speziellen Doppel-Ring-System, den Minusheets fixiert. Das darin enthaltene Gewebe wurde anschließend in eine spezielle Doppelkammer gebracht und beide Gewebeseiten, die obere RPE-Schicht und die untere Choroidea, permanent mit Medium perfundiert. Die Kulturen wurden für 1, 3, 7 und 14 Tage in Perfusion gehalten und später histologisch untersucht. Vorher wurden mit einem Argonlaser (514nm) pro Gewebe-Ring-System 3 x 3 Laserapplikationen (t=0,1; Æ=200µm, Abstand ca. 600µm) mit unterschiedlicher Energie (400-800mW) durchgeführt. Als Kontrolle wurde nicht behandeltes RPE nach Perfusion histologisch untersucht.

Ergebnisse: Das permanent perfundierte RPE zeigte eine reguläre Anordnung in den histologischen Schnitten. Bis zu 14 Tagen Kultivierung zeigte sich lichtmikroskopisch eine normale Matrix mit einer gut differenzierten einlagigen RPE-Schicht. Während der Laserbehandlung zeigte sich jeweils eine deutliche Hellfärbung des RPE mit zentrifugaler Ausbreitung. Bei erhöhter Energiezufuhr wurde eine RPE-Kontraktion zum Zentrum festgestellt. Die Histologie ergab lichtmikroskopisch nach 7 Tagen Perfusionskultur im Bereich der Laserherde eine Abhebung des RPE von der Aderhaut und Bruch-Membran und eine kubische Verdickung der RPE-Zellen im Sinne einer Proliferation. Präparate mit RPE-Kontraktion zeigten eine vollständige Destruktion der RPE-Zellschicht und des proximalen Anteiles der darunterliegenden Aderhaut.

Schlußfolgerung: Das retinale Pigmentepithel bleibt mit der hier angewendeten Perfusionskulturtechnik über 14 Tage intakt. Die Untersuchung von Lasereffekten auf das im Ring fixierte Gewebe ist sehr gut möglich. Histologisch zeigten sich reaktive Proliferationsvorgänge auf die Laserapplikationen. Unsere Ergebnisse zeigen somit, daß dieses organtypische in-vitro Modell geeignet ist, um Laser-Gewebe-Interaktionen zu untersuchen. Darüber hinaus scheint dieses Modell zur Untersuchung des RPE bei AMD, RPE-Transplantation und RPE-Toxizität sinnvoll zu sein.

Augenklinik der Universität, Franz-Josef-Strauss-Allee 11, D - 93042 Regensburg


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