97. Jahrestagung der DOG 1999

K 43

GENAUIGKEIT DER AUTOMATISCHEN MORPHOMETRIE DES KORNEALEN ENDOTHELS MIT DEM SPEKULARMIKROSKOP TOMEY EM-1000

H. Landenberger, C. Erb, T.-M. Wohlrab, H.-J. Thiel

Die morphologische Beurteilung des kornealen Endothels soll durch die computerassistierte Analyse des Spekularmikroskopbildes erleichtert werden. Die klinische Nutzbarkeit dieser Methode wurde beurteilt.

Methoden: 243 Augen von 61 männlichen und 69 weiblichen Personen im Alter zwischen 12 und 91 Jahren (Durchschnittsalter: 58,8 +/- 20,8 Jahre), ohne bekannte Veränderungen des kornealen Endothels wurden mit dem Spekularmikroskop EM-1000 von TOMEY untersucht. Nach Digitalisierung des Videobildes erfolgte die automatische Detektion der Zellmembranen durch den eingebauten Analyse-Algorithmus. Die Zelldichte wurde anhand der erkannten Endothelzellen errechnet.

Ergebnisse: Die gefundenen Werte für die Zelldichte weichen von den früher beschriebenen ab. Die höhere Zelldichte des jugendlichen kornealen Endothels (etwa 3500-4000 mm-2) konnte hier nicht beobachtet werden. Die altersabhängige Abnahme der Zelldichte war kleiner als die vorbeschriebenen Werte. Die mittlere Zelldichte betrug 2268,6 +/- 169,4 mm-2), es fand sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Versuchspersonen.

Schlußfolgerung: Das elegante und einfach zu handhabende Verfahren zur Dokumentation der Morphologie des kornealen Endothels steht im Kontrast zur schlechten Korrelation zwischen den vorgestellten Untersuchungsergebnissen und früher beschriebenen Werten der normalen kornealen Endothelzelldichte sowie deren spezifischer, altersabhängiger Abnahme. Um die einfache klinische Nutzbarkeit dieses Verfahrens zu sichern, sollten die Algorithmen zur automatischen Zellerkennung robuster werden.

Universitäts-Augenklinik, Abt. 1, Schleichstr. 12-16, D-72072 Tübingen


Zurück