97. Jahrestagung der DOG 1999

K 426

ERG UND MUSTER-ERG BEIM SCHWEIN

P. Janknecht, T. A. Wesendahl, T. Otto, M. Bach


Hintergrund: Wir planen, epiretinale Membranen und die Lamina limitans interna mit einem Er:YAG-Laser abzutragen. Den möglichen Schaden einer solchen Laserbehandlung für die Netzhaut im Tierversuch möchten wir mit dem Blitz-ERG und dem Muster-ERG (MERG) messen. Dazu haben wir Normalwerte beim Schwein erstellt.

Methode: Wir untersuchten mit DTL-Elektroden das Blitz-ERG und MERG bei Schweinen mit einem Gewicht von ca. 20-25 kg in Intubationsnarkose. Wir achteten darauf, daß das Spiegelbild des Monitors, über welchen die Schachbrettmuster dargeboten wurden, mittig in der Cornea zu sehen war. Die Narkosetiefe wurde so angepaßt, daß die Tiere geradeaus sahen. Die Wechselfrequenz der Schach-brettreize betrug 16 Wechsel/s, die Karogrößen 4, 8 und 16°, die Leuchtdichte 48,3 cd/m2, der Kontrast 98% und die Feldgröße 32x27°. Manche ERG-Messung wurde kurz hintereinander zweimal durchgeführt. Wenn beide Messungen gleichwertig waren, wurden die Spektren gemittelt. In die weitere Auswertung wurden nur diejenigen Messungen übernommen, bei denen sich in der Fourier-Analyse bei der 16°-Karogröße eine signifikante Antwort fand.

Ergebnisse: Bei 8 Tieren konnten wir ein Blitz-ERG bzw. ein MERG ableiten. Der Mittelwert der Amplitude betrug 1,02±0,89 µV für das Blitz-ERG. Im MERG betrug die Amplitude bei 16° Karogröße 0,53±0,25 µV, bei 8° 0,36±0,21 µV und bei 4° 0,25±0,17 µV. Drei Tiere wurden im Abstand von 2 Wochen nachuntersucht. Der Variationskoeffizient (CV) hierbei betrug für das Blitz-ERG 63%, für das MERG (16° Karogröße) 43%, bei 8° 123% und bei 4° 89%.

Schlußfolgerung: Insgesamt waren die Amplituden sehr klein und zeigten zu unserer Enttäuschung eine größere interindividuelle und intraindividuelle Schwankung als beim Menschen. Die starke Abhängigkeit von der Karogröße läßt vermuten, daß die Sehschärfe beim (jungen) Schwein nicht sehr gut ist. Ein Schaden durch eine Laserbehandlung ist nur dann anzunehmen, wenn sich die Potentiale zwischen Messung vor und nach Laserung um mehr als 2xCV-fache unterscheiden, also im Blitz-ERG im Durchschnitt um mehr als 0,67 µV. Wir hatten den Eindruck, daß die Narkosetiefe die Amplituden deutlich beeinflußt, ohne dies quantifizieren zu können.

Univ-Augenklinik Freiburg


Zurück