97. Jahrestagung der DOG 1999

V 418

ERBIUM:YAG-LASER-ABLATION VON NETZHAUTGEWEBE UNTER PERFLOUROCARBON: EINFLUSS VON PULSDAUER UND BESTRAHLUNGSENERGIE

T. A. Wesendahl, M. Franz, P. Janknecht


Hintergrund: Unser Ziel ist es, epiretinale Membranen und/oder die Lamina limitans interna mit einem Erbium:YAG-Laser abzutragen. Um für in-vivo-Versuche und spätere Anwendung beim Menschen geeignete Laserparameter zu finden, haben wir Experimente an enukleierten Schweineaugen durchgeführt. In der vorliegenden Studie wurde die Beziehung zwischen der Ablationstiefe und den Parametern "Pulsdauer" und "Energiedichte" systematisch untersucht.

Methode: Nach Halbierung der Schweinebulbi, Entfernung des Glaskörpers und Ersatz durch Perfluorocarbon wurde die Oberfläche der Netzhaut mit Laserpulsen behandelt. Wir verwendeten einen im "free running mode" laufenden Erbium:YAG-Laser (t=250 µs, t=500 µs, t=750 µs). Die austretende Strahlung wurde durch eine Zirkoniumfluorid (ZrF4) Faser mit Quarzspitze geleitet. Der Durchmesser der Austrittsöffnung betrug 1,0 mm. Die Spitze der Sonde befand sich 1,0 +/- 0,3 mm über der Netzhautoberfläche. Die Bestrahlungsdichte betrug 1 J/cm2, 3 J/cm2 und 5 J/cm2.

Ergebnisse: Die Gewebeablation korrelierte bei t=250 µs linear mit der Energiedichte. Bei 1 J/cm2, betrug die Gewebeablation 3,2 ± 3,7 µm, bei 3 J/cm2 9,9 ± 7,0 µm und bei 5 J/cm2 19,2 ± 6,4 µm. Prinzipiell ähnliche Ergebnise fanden sich bei Puls-dauern von 500 µs und 750 µs.

Schlußfolgerung: Mit dem Erbium:YAG-Laser läßt sich die Netzhautoberfläche beim Schwein präzise abtragen. Die Ablationsschwelle liegt bei etwa 0,4 J/cm2. Unsere Daten legen es nahe, daß -weitgehend unabhängig von der Pulsdauer - die Oberfläche der Netzhaut mit einer Energiedichte von 1 J/cm2 abgetragen werden kann ohne tiefere Schichten der Netzhaut (anatomisch sichtbar) zu verletzen.

Freiburg
Bern


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