97. Jahrestagung der DOG 1999

K 413

PARS-PLANA-VITREKTOMIE BEI REZIDIVIERENDER IRIDOZYKLITIS IM RAHMEN EINER JUVENILEN RHEUMATOIDEN ARTHRITIS

J. A. Reichelt, B. Nölle, B. Wiechens


Hintergrund: Die chronisch rezidivierende Iridozyclitis (CRIZ) kann als okuläre Komplikation im Rahmen einer juvenilen rheumatoiden Arthritis (JRA) auftreten. Die Prognose ist vielfach ungünstig wegen erheblicher entzündungsbedingter Komplikationen wie Cataracta complicata, deutlichen Glaskörpertrübungen, zystoidem Makulaödem (ZMÖ) und Sekundärglaukom mit Optikusatrophie. Wir haben deshalb in einer retrospektiven Studie Patienten mit JRA-assoziierter CRIZ nachuntersucht, bei denen wegen erheblicher Glaskörpertrübungen und ZMÖ eine Pars-plana-Vitrektomie (PPV) durchgeführt worden war.

Methoden: Im Zeitraum von 1988-1998 wurde an 16 Augen von 13 Patienten eine Pars-plana-Vitrektomie durchgeführt, davon 7 in Kombination mit einer Phakektomie. Das mittlere Lebensalter bei OP betrug 9 Jahre (2-26 Jahre). Bei 2 Patienten erfolgte wegen epiretinaler Gliose und Synechierungen mit Trübung eine erneute PPV. Alle Patienten wurden regelmäßig in unserer Klinik untersucht. Visusveränderungen ab 2 Visusstufen wurden als signifikant definiert. Bei einem Patienten (2 Augen) waren Visuserhebungen aufgrund des geringen Alters nicht möglich.

Ergebnisse: In 13 von 16 Fällen kam es postoperativ zu einem Visusanstieg, in den übrigen 3 Fällen blieb der Visus gleich. Im längeren Verlauf kam es postoperativ in 7 von 16 Fällen zu einer Visusverbesserung, in 6 Fällen blieb der Visus gleich und in 3 Fällen war er schlechter als präoperativ. In 11 von 14 Augen, die initial ein ZMÖ aufwiesen, kam es postoperativ zu einer Rückbildung. Unterschiede zwischen einfacher PPV und kombinierter OP fielen nicht auf. Im Verlauf traten folgende Komplikationen auf: Amotio retinae (3), Sekundärglaukom (2), intraokulare Blutung (2), erneute Trübung im Glaskörperraum (1), epiretinale Gliose (1) und bandförmige Keratopathie (4).

Schlußfolgerung: Bei JRA-assoziierter CRIZ kann eine Verbesserung der Sehschärfe und Rückbildung des ZMÖ durch eine PPV, ggf. in Kombination mit einer Phakektomie, erreicht werden. Im Langzeitverlauf ist trotz weitergeführter lokal antiinflammatorischer und immunsuppressiver Therapie die Prognose aufgrund zahlreicher Sekundärkomplikationen begrenzt.

Klinik für Ophthalmologie, Universität Kiel, Hegewischstraße 2, D-24105


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