97. Jahrestagung der DOG 1999

K 405

OPERATIVE ENTFERNUNG SUBMAKULÄRER NEOVASKULÄRER MEMBRANEN BEI BIRDSHOT RETINOPATHIE

R. Effert1, N. Bornfeld2

Die chirurgische Entfernung parafoveolär gelegener Membranen bei altersbedingter Makuladegeneration hat sich als therapeutisches Prinzip bewährt. Weniger eindeutig sind die Erfahrungen von Membranentfernungen bei Krankheitsbildern entzündlicher Genese, deren Ursache nicht geklärt ist, wie z. B. bei der sehr seltenen Birdshot Retinopathie.

Patienten: Wir berichten über vier Patientinnen im Alter zwischen 35 und 44 Jahren mit Birdshot Retinopathie. Neben den typischen fleckförmigen depigmentierten Flecken in der Netzhaut kam es in fünf Augen zur Entwicklung von submakulär gelegenen Membranen mit dramatischem Abfall der zentralen Sehschärfe. Weder eine hochdosierte Kortisontherapie noch eine Bestrahlung hatte irgendeinen Einfluß auf den Fortgang der Erkrankung. An zwei Augen der gleichen Patientin wurde die Membran operativ entfernt, in den anderen Fällen wurde der Spontanverlauf beobachtet.

Ergebnisse: In den nicht operierten Fällen bildetete sich als Endzustand eine große fibrosierte subretinale Membran mit umgebender Begleitablatio, Verlust der zentralen Sehschärfe und großem Zentralskotom. In den operierten Fällen kam es nach primär gutem Erfolg mit Erhaltung der zentralen Sehschärfe innerhalb von drei bis sechs Monaten zu einem Rezidiv, so daß beide Augen noch einmal operiert werden mußten. Die zentrale Sehschärfe fiel auf 0,05 ab. Das Zentralskotom war aber deutlich kleiner als bei den nicht operierten Augen.

Schlußfolgerung: Die operative Therapie subretinaler neovaskulärer Membranen scheint bei der Birdshot Retinopathie trotz des hohen Risikos eines Rezidivs ein besseres funktionelles Ergebnis zu liefern als die konservative Therapie.

1 Klinikum Kassel, Augenklinik, Mönchebergstraße 41 - 43, D-34125 Kassel 2 Univ.-Klinikum Essen, Zentrum für Augenheilkunde, Abt. für Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes, Hufelandstr. 55, D-45147 Essen


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