97. Jahrestagung der DOG 1999

K 401

POSTOPERATIVE OCT BEFUNDE DER MAKULA BEI NETZHAUT-ABLÖSUNG MIT MAKULABETEILIGUNG

W. Inhoffen, M. Partsch, F. Gelisken, I. Kreissig


Einleitung: Die optische Kohärenztomographie (OCT) kann die vertikale Makulastruktur darstellen (Auflösung ca. 12 mm). Es wurde daher geprüft, ob bei rhegmatogener Ablatio mit Makulabeteiligung postoperativ noch bestehende, funduskopisch nicht sichtbare zentrale Netzhautabhebungen mittels OCT quantifizierbar erkannt werden können.

Methoden: Insgesamt wurden 11 Patienten mit Makulabeteiligung bei rhegmatogener Netzhautablösung nach extraokulärer minimaler Ablatiochirurgie ohne Punktion bezüglich der Makulaverhältnisse mittels OCT untersucht (Zeitraum post-OP: 3 Tage bis 1,5 Jahre). Bei allen Patienten war postoperativ die periphere Netzhaut anliegend ohne neue Foramina. Gruppe A: 3 Patienten mit funduskopischen V.a. verzögerte zentrale Resorption. Gruppe B: 5 Patienten ohne V.a. verzögerte zentrale Resorption, aber mit bleibenden Metamorphopsien bzw. geringem Visusanstieg. Gruppe C: 3 Patienten ohne V.a. verzögerte zentrale Resorption, jedoch mit deutlichem postoperativen Visusanstieg.

Ergebnisse: Gruppe A: Die Höhe der makulären Netzhautabhebung über die Zeit aufgetragen ergab einen linearen Verlauf mit Abnahme der zentralen Restablatio. Somit konnte aus den anfänglichen Werten der Zeitpunkt der Wiederanlage vorhergesagt werden. Die Höhenreduktion betrug zwischen 16 und 50 mm/Monat. Gruppe B: Bei einem Patienten konnte eine zentrale, funduskopisch nicht sichtbare, flache Restablatio nachgewiesen werden, ähnlich einer sehr zarten RCS (Höhe < 50 mm, Durchmesser < 0,2 PD); Metamorphopsien und Mikropsie waren daraus erklärbar. Ein anderer Patient wies eine Asymmetrie in der Form der Foveagrube auf, welche die bemerkten Metamorphopsien verursachen könnte. Bei zwei anderen Patienten konnten mehrere isolierte, kleine und flache Netzhautabhebungen extrafoveal nachgewiesen werden, welche fundu- skopisch nicht sichtbar waren und nach ca. 3/4 Jahr verschwanden. Bei einer anderen Patientin zeigten sich normale Verhältnisse; der geringe Visusanstieg war auf eine prä-OP lange bestehende Ablatio zurückzuführen. Gruppe C: Die zentralen, funduskopisch nicht mehr sichtbaren zentralen Restablationes verschwanden innerhalb einer Woche, verbunden mit einem deutlichen Visusanstieg.

Fazit: Die OCT-Untersuchungstechnik erlaubt es, bei Netzhautablösung mit Makulabeteiligung das Verhalten der zentralen Netzhaut postoperativ wesentlich genauer zu beurteilen als bisher funduskopisch möglich.

Augenheilkunde III: Netzhaut und Glaskörperchirurgie, Universität Tübingen


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